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Farbsatt

Die bunte Farbpalette: Schön, aber nicht beständig

 

Farbhunger! Lust auf Dottergelb, Himbeere, Eisrosa, Himmelblau, Pink, Vergissmeinnicht und Pflaume. Wie ein Fieber überfällt mich der Farbhunger, um alsbald wieder vorbei zu sein. Wie ein starker Wind fegt der Farbhunger meine neutraltonigen Basics aus dem Kleiderschrank. Ich schwelge! Nur um kurz danach wie aus einem bösen Traum aufzuwachen und mich zu fragen, was das nun jetzt wieder für ein farbliches Erdbeben war.

 

Neutraltonige Basisfarben – ein sicherer Wert

 

Zurzeit bin ich wohl und bequem mit meiner Capsule Wardrobe, die sich aus total 71 Teilen zusammensetzt. Oder Capsule-Wardrobe-mässig gezählt: 35 Teile. Ich habe nach vielen Farbversuchen einsehen müssen, dass mir die Farbe zwar heftig, aber nur kurz gefällt, und ich bald gesättigt davon bin. Will ich mich längerfristig gut fühlen, setze ich eher auf Neutraltöne wie Schwarz, Grau, Weiss, Stein und Marine. Das sind Farben, die ich schon seit meiner Kindheit gern habe und auf die ich immer wieder zurückkomme. Diese sind wie ein Grundton, der sich durch mein Farbleben zieht. Fraglich ist nur, wie ich mit den manchmal beinahe überwältigenden Farbgelüsten umgehen soll in Zukunft. Die bringen mich nämlich immer von meinem minimalistischen Kurs ab. Das tut mir zwar unmittelbar gut, doch richtig wohl fühle ich mich in den bunten Farben nicht, sondern eher verkleidet. Meine Versuche mit Himmelblau, Pink und Rot gingen ganz schön in die Hose. Es fühlt sich nicht authentisch an, diese Farben zu tragen. Das bin nicht „ich“. Es war eine nette, aber unnötige Abwechslung, die mir eine neue Erfahrung beschert hat. Dazu kosten solche Aktionen immer eine Menge Geld, das ich mir sparen könnte, würde ich meinem neutraltonigen Farbkonzept treu bleiben. Dieser Wechsel ist ganz und gar nicht minimalistisch.

 

Was machen mit dem Farbhunger?

 

Was also tun, wenn mich die Farblust überfällt? Sicher nicht den Kleiderschrank, der gut gefüllt ist und alles beherbergt, was ich so brauche, auf stocken. Sondern andere Wege suchen und finden, wie ich ohne unnötigen Konsum mein Bedürfnis befriedigen kann.

 

Ich nehme mir also vor: Farbgelüste spüren, meinetwegen malen und visualisieren, aber nichts kaufen! Was ich bereits ausprobiert habe und mir gut tut, ist, farbige A6 Karten in den geliebten Farben zu bemalen und in meiner vorwiegend in Weiss gehaltenen Wohnung aufzustellen. Oder ich wähle aus meinem Farbkartenset (A7) eine Farbkombination, die mich erfüllt. Ich kann auch Bilder malen, in vielen bunten Farben wie ein Kind, das spielt im Wind, und so aus dem Vollen schöpfen. Eine weitere gute Variante ist, die Farbe zu visualisieren und eine imaginäre „Farbdusche“ zu nehmen.

 

Hast du mir noch eine Idee, wie ich mir Farbe gönnen kann, ohne farbige Kleidung zu kaufen?

 

Konsumstopp

 

Weil ich nun also so schön farbsatt bin, nehme ich eine Konsumauszeit. Ich hatte schon im Sommer 2017 einen solchen Versuch unternommen, bei dem ich nach einiger Zeit gescheitert bin. Ich konnte meine Gelüste auf Dauer nicht im Zaum halten, dazu kam, dass ich meinen Kleiderschrank nicht in Ruhe lassen und das Thema nicht verabschieden konnte. Nun habe ich mir eine solche Kleiderdiät noch mal vorgenommen, allerdings für einen kürzeren Abschnitt: Lediglich für drei Monate verzichte ich aufs Kleider kaufen. Der Start meiner Kleiderdiät war am 1. April 2018 und endet am 30. Juni. Diese kurze Zeitspanne traue ich mir zu, durchzuhalten. Wenn ich nicht ständig etwas verändern will an meinem Schrankinhalt, gibt es auch keinen Grund mehr, etwas zu kaufen. Ich habe alles, was ich brauche.

 

Machst du auch Konsumauszeiten?

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Manuela (Freitag, 06 April 2018 17:56)

    Ich mag farbige Accessoires wie z.B. farbige Halstücher, Haarspangen etc. als Ergänzung bei Farbhunger. Braucht nicht viel Platz und lässt den Hunger kleiner werden...
    Glg

  • #2

    Barbara (Freitag, 06 April 2018 18:06)

    Danke für deine Anregungen. Mal schauen, was sich daraus machen lässt... :-) Lieber Gruss, Barbara