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Einfache Garderobe I

Warum sollte ich meine Garderobe vereinfachen wollen? Der Nutzen ist schnell klar: Die Zeit, um eine Wahl zu treffen wird automatisch verkürzt, wenn ich wenig, aber dafür nur Lieblingsteile habe. Ich brauche mir keine Gedanken mehr zu machen, ob und wie ich gut angezogen bin. Alle meine Kleider kommen zum Einsatz, es gibt keine „Schrankleichen“ mehr. Ich wertschätze, was ich habe, weil es mir täglich dient, meinem Körper schmeichelt und mein Gesicht strahlen lässt. Wie komme ich nun zu einem einfachen und minimalistischen Schrankinhalt? Folgendes Vorgehen hat sich für mich bewährt:

 

1. Leeren: Schrank vollständig ausräumen, Kleider auf Bett legen und Schrank reinigen

 

2. Wählen: Nur saubere, intakte und passende Kleider wohnen im Schrank

 

3. Beurteilen 1: Ich nehme jedes Teil in die Hand und beurteile, ob ich es mag, gern habe, ob es mein Herz zum Schmelzen bringt, sich gut anfühlt (Material, Passform!) oder mir Freude macht. All die Teile, die negative Gefühle wecken kommen weg.

 

4. Sortieren: Alle Teile die wegkommen sortiere ich: Gut erhaltene Stücke (satt in der Farbe, korrekt im Schnitt, aktuell) kommen in die Kiste für den Second Hand. Leicht abgetragene Kleidungsstücke können ins Brockenhaus gebracht werden. Beschädigte, ausgeleierte und verblichene Ware ist unrettbar verloren und darf entsorgt werden.

 

5. Fotografieren: Nun wende ich mich wieder den verbleibenden Stücken zu: Ich probiere jedes Teil an, stell ein Outfit zusammen und fotografiere es vor einem neutralen Hintergrund. Bei der Zusammenstellung der Teil darf gerne kreativ gewirkt werden, so kann Neues und Erfrischendes entdeckt werden.

 

6. Gefühl: Beim Probieren der Kleidung achte ich mich immer auf mein Gefühl. Ich kann die Augen schliessen und die Passform und das Material sowie die Energie fühlen. Mag ich, was ich spüre?

 

7. Beurteilen 2: Nun beurteile ich die Fotos hinsichtlich Proportionen und Schnitt. Vor dem Spiegel und bei Tageslicht beurteile ich zusätzlich die Farben und wie sie mit meinem natürlichen Kolorit harmoniert.

 

Ein ideales Teil befriedigt mich in allen Punkten:

 

  • Farbe (Welcher Farbtyp bin ich? Basisfarben und Akzentfarben?
  •  Grösse (passend heisst dem Körper folgend)
  • Material (Naturfaser? Kunstfaser? Chemische Reinigung?)
  • Stil (Welche Stilmischung trage ich?)
  • Muster (Angemessen in Grösse und Form)
  • Kombinierbarkeit (mind. mit 3 weiteren Teilen, besser mit mehr)
  • Anlass (Wann, wie oft und regelmässig lässt es sich tragen?)
  • Qualität (Bio, Fairtraide, langlebig -> nachhaltig)
  •  Energie (Strahlt es das aus, was mir guttut?)
  • Preis (Liegt es in meinem Budget? Stimmt das Preis/Leistungsverhältnis?)

 

8. Lieblingsoutfit: Nach dieser Auslegeordnung kristallisiert sich ein Lieblingsoutfit heraus, eine perfekte Kombination, in der du dich selbstverständlich wohl fühlst, gut aussiehst und die dein Licht zum Leuchten bringt. Komme dem Prinzip auf die Schliche und multipliziere dieses Outfit. So hast du dein Erkennungszeichen, deine „Uniform“.

 

9. Ordnen: Räume deinen sauberen Schrank neu ein und ordne deine Kleidung bevorzugt in einer aufwärtsstrebenden Linie (positives Gefühl) und nach Themen oder Farbe geordnet.

 

10: Freuen: Geniesse deinen neuen Schrankinhalt und erfreue dich am Vergnügen, nur noch gut sitzende Lieblingsteile in deinem Schrank zu haben, die dir täglich Freude bereiten und das Thema „Was zieh ich an?“ der Vergangenheit angehören lassen.

 

Noch ein Wort zur persönlichen Farb- und Stilberatung: Es kann sehr hilfreich sein, seinen Typ zu kennen und zumindest zu wissen, ob du warm- oder kühltonig bist. Wer keine Lust hat, sich ins Raster der 4 Jahreszeiten pressen zu lassen hat die Möglichkeit der individuellen Farbanalyse. So erhältst du deine Palette, die es kein zweites Mal gibt und ideal auf dich und dein Kolorit abgestimmt ist.

 

Um solch ein Durchkämmen der Kleidungsstücke umzusetzen braucht es etwas Zeit. Am besten rechnest zu einen ganzen Tag ein. Mein Schrankinhalt beläuft sich total auf gut 100 Teile - wie hältst du es mit deinem Kleiderschrank, hast du nur noch Lieblingsteile? Welches ist deine bevorzugte Basisfarbe?

 

Dieser Text ist angeregt vom Buch „Die Kleiderdiät“ von Linda Deslauriers und ergänzt mit eigenen Erfahrungen.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Hilka Le Carvennec (Sonntag, 19 August 2018 20:30)

    Toll, wie Sie das machen. Eines Tages werde ich es auch machen, das Aussortieren und entscheiden. Ich habe heute 2 paar Schuhe weggeschmissen, das ist schon viel für mich.

  • #2

    Barbara (Mittwoch, 22 August 2018 04:19)

    Dann wünsche ich Ihnen viel Glück und gutes Gelingen auf Ihrem Weg! Jeder in seinem Tempo und nach seinen Bedürfnissen.