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Farbkonzept Capsule Wardrobe

Von Schwarz zu den gemässigten Bunttönen

 

Eines Nachts lag ich wieder mal wach in meinem Bett und beschloss, aufzustehen und mich mit etwas Angenehmen zu beschäftigen. Ich schrieb in mein Tagebuch und dachte schriftlich über meine Capsule Wardrobe, genauer das Farbkonzept derselben, nach. Wie sich mein Schrankinhalt seit 2010 („Ich trage nur noch schwarze Kleidung“) bis jetzt entwickelt hat und was ich zukünftig will. In meiner Vergangenheit beschränkte ich mich auf Schwarz und etwas Grau. Ab und zu wählte ich einen Akzentfarbton wie Pink. So war das Kombinieren einfach. Mit der Zeit lockerte ich die dunkle Farbgestaltung etwas auf, indem ich Marineblau, Stein- und Greigetöne aufnahm. Das war auch immer noch ganz einfach um schlichte und minimalistische Kombinationen zu machen. Nun lockt mich seit gut zwei Jahren die Farbe. Doch welche Nuance sollte es denn sein und wie gelingt ein harmonisches Farbkonzept?

 

Eine persönliche Farbberatung…

 

Denn auf die Nuance kommt es an, ob möglichst viele Kleider zusammen passen oder nicht. Eine gute Wahl ist das Beanspruchen einer persönlichen Farbberatung. Der Vorteil ist, dass dort Wert darauf gelegt wird, dass die Palette zu deinem natürlichen Kolorit passt und dich zum Strahlen bringt. Natürlich meint, mit ungefärbten Haaren, ohne künstliche Bräune und ohne farbige Kontaktlinsen. Ungeschminkt und im Zustand natur. Der Nachteil ist, dass du dich vielleicht mit deinen Farben nicht identifizieren kannst. In der Farb- und Modestilberatung werden folgende Farbtongruppen unterschieden:

 

 

WINTER: dunkel – rein – kühl wie z.B. Pink, Ultramarinblau, Zitronengelb, Schwarz

 

SOMMER: hell – trüb – kühl wie z.B. Blaugrau, Salbeigrün, Aubergine, Grau

 

HERBST: dunkel – trüb – warm wie z.B. Ocker, Rost, Olive, Petrolblau

 

FRÜHLING: hell – rein – warm wie z.B. Koralle, Sonnengelb, Hellgrün, Goldbeige

 

Jetzt besagt eine einfache Regel, nur die Farben aus einer Farbtongruppe zusammen zu kombinieren, weil die immer in sich stimmig sind. Vor allem der Reinheitsgrad der Farben, also ob sie leuchtend oder gedeckt sind, bestimmt, ob sie zueinander passen. Rein zu trüb ist oft schwierig zu kombinieren, da der getrübte Farbton leicht schmutzig, energielos und matt wirken kann. Auch mag manch eine Frau keine warmen und kühlen Farbtöne zusammen kombinieren. (Meiner Ansicht nach aber beleben solche Zusammenstellungen das Gesamtbild und können originell und nicht der Norm entsprechend wirken wie z.B. Orange mit Hellblau, Mint mit Olive, Rosa mit Rost usw.)

 

Möglichkeit Nr. eins: Halte dich an deine (individuelle) Farbpalette.

 

… und das Fashion Feng Shui

 

Diese Art der Beratung arbeitet mit den Elementen Wasser, Holz, Feuer, Erde, Metall. Jedem Element sind Stilelemente und eine Farbtongruppe zugeordnet:

 

WASSER: Schwarz und Blautöne

 

HOLZ: Blau- und Grüntöne

 

FEUER: Rot-, Orange- und Pinktöne

 

ERDE: Braun- und Gelbtöne

 

METALL: Grau, Silber und Weiss

 

Die Elementengruppen werden mittels eines Fragebogens ermittelt. Bei mir war das Wasser und Metall, die Farben die ich eh bevorzugt trug. Um aber etwas Bewegung in meine damals statische Lebenssituation zu bringen, tat etwas Holz gut. Und jetzt kommt der spannende, gesamtheitliche Aspekt: Um eine Ausgewogenheit zu erreichen, darf idealerweise von jedem Element eine Prise in einem Outfit vorkommen. Sei es als Stilelement oder als Farbtupfer. Die so kreierten Kombinationen haben eine Raffinesse, die auf der Ausgewogenheit im Inneren und Äusseren beruht und spürbar im Gleichgewicht sind. Der Vorteil dieses Konzeptes ist, dass die Farbtöne nicht exakt definiert sind und so mehr Spielraum für den persönlichen Geschmack zulassen. Nachteil konnte ich keinen finden.

 

Möglichkeit Nr. zwei: Halte dich an das Fashion Feng Shui

 

Freies Farbkonzept

 

Bist du farbaffin und hast Freude daran, Farben zu kombinieren und mit ihnen zu spielen? Dann ist es eine gute Möglichkeit, eine freie Zusammenstellung ganz nach deinem Geschmack zu entwickeln. Ich habe das ausprobiert, und merkte, dass sich das Farbkonzept einfacher definieren lässt, wenn ich ein Thema bestimme. Meines ist zurzeit:

 

Aqua – Terra – Lapis (Wasser – Erde – Stein)

 

Mit meinem Wissen aus der Farb- und Modestilberatung und der Fashion Feng Shui Beratung wähle ich wässerige Blau und Grüntöne, alle nicht grell und ganz leicht gedeckt, so wie sie in der Natur vorkommen. Dazu kombiniere ich kühle Naturtöne wie Sand, Greige, Kiesel und Silber. Wenig warme Akzente geben den Kombinationen den spannenden Twist: Sonnengelb und Olive. Ich habe eine Grafik erstellt, in der sichtbar wird, wie fast alle Stücke miteinander zu kombinieren sind (-> Foto). Auf einmal machte es nachts „klick“ und jedes Puzzleteil fiel an seinen Ort: Jedes Oberteil passt zu jedem Unterteil. Und zwar passierte das auf einmal, weil ich mich von meiner Winterpalette lösen konnte und frei Farben kombinierte. Was zwei Jahre nicht möglich war, weil ich mich an vorgefertigte Paletten hielt, fügte sich auf einmal leicht und mühelos und mit einer beeindruckenden Selbstverständlichkeit.

 

Möglichkeit Nr. drei: Freies Farbkonzept zu einem Thema. Jedes Oberteil passt zu jedem Unterteil.

 

Bunt, minimalistisch und praktisch

 

Vielleicht kennst du die Problematik des Kombinierens auch gar nicht, entweder weil du nichtfarbige Kleidung trägst, oder weil du unkompliziert und locker Verschiedenstes zusammen kombinierst. Solltest du aber zu denen gehören, die eine bunte UND minimalistische Garderobe pflegen und sich gerne an einem praktischen Farbschema orientieren, kannst du dich an diesen Leitplanken hier orientieren.

 

Viel Spass beim Kleiderlen!

 

Alles Liebe, Barbara

 

 

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