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Farben fühlen

Unterschiedliche Kanäle der Farbwahrnehmung

 

Wie nehmen wir eigentlich Farbe wahr? Sehr vereinfacht gesagt, braucht es eine Oberfläche, weisses Licht, das alle Farben enthält und unsere Augen, die einen Reiz ans Gehirn senden, der verarbeitet wird. So nehmen die allermeisten Menschen Farben wahr. Aber gibt es noch andere Kanäle, über die wir Farben fühlen können? Das denke ich, weil ich es selbst so wahrnehme. Meiner Ansicht nach können Farben einerseits über die Haut wahrgenommen werden, andererseits aber auch über das ganze System auf einer feinstofflichem Ebene. Es gibt die Farbtherapie, die mit genau dieser Wirkung arbeitet, und es gibt (ich glaube, nicht bei uns in der Schweiz) eine persönliche Farbanalyse, die blind die Farben testet und sie nur über das Gefühl beurteilt. Dort geht es darum, herauszufinden, welche Farben unser System braucht.

 

Farbgefühl und Farbempfinden

 

Wie fühlen sich nun die unterschiedlichen Farben an? Ich kann nur von meiner eigenen Erfahrung berichten und vermute, dass das bei jedem Mensch wieder etwas anders ist:

 

Ich nehme die Farben auf der Haut wahr, als verschmelzen mit derselben, einsinken oder abstossen und auch als brennen, wenn mir die Farbe zu viel wird und sich mein Organismus nach einer Weile gesättigt hat. Es kann sein, dass ich mich danach umziehen muss. Farben können sich kühl und schmeichelnd, geschmeidig und fein, oder aber trennend und fremd, rau oder kratzig anfühlen. (Nein, ich bin nicht Synästhetikerin.) Fühle ich mit dem Herzen, können sie mich nähren, mir Liebe schenken, mich beschwingen oder aber bedrücken, beschweren, einengen und beklemmen. Simpel ausgedrückt: Geht das Herz auf? Oder verschliesst es sich?


Spannung zwischen Innen und Aussen

 

Die Farben, die mir nach Farb- und Modestilberatung gut zu Gesicht stehen, müssen sich nicht zwangsläufig gut anfühlen. Innen und Aussen ist nicht immer deckungsgleich. In meinem Fall – ich wurde viele Male als Wintertyp, einmal als Sommertyp, einmal als Herbsttyp definiert – sind die meisten meiner inneren Farben nicht identisch mit meinen äusseren Farben. Es kann aber durchaus sein, dass das bei dir anders ist und deine Palette perfekt zu deinen Bedürfnissen passt.

 

Was mir gut zu Gesicht steht, fühlt sich also auf der Haut und im Herzen nicht automatisch gut an. Welchem Empfinden schenke ich nun mehr Gehört? Satte zehn Jahre lang versuchte ich, mich am Äusseren zu orientieren. Ich versuchte, mich passend zu meinen Farben zu machen. Mein System gab mir immer wieder die Meldung in Form von starkem Farbhunger, dass es nicht glücklich ist damit. Bis ich endlich erkannte, dass bei mir im Moment aber vielleicht auch grundsätzlich fühlen und sehen mindestens gleichwertig sind.

 

Innere und äussere Harmonie

 

Seit ich mehr auf meine Empfindungen und auf die Rückmeldungen von meinem Körper achte, fühle ich mich viel wohler in meiner Haut. Das Körperempfinden ist besser, leichter und lichter, und ich fühle mehr Freundlichkeit mir selbst gegenüber. Eigenartigerweise gefalle ich mir nun auch in den Farben, die sich gut für mich anfühlen. Es ist ein friedliches Gefühl, im Einklang mit meinen Empfindungen zu sein.

 

Wie nimmst du Farben wahr?

 

Kannst du Farben spüren?

 

Alles Liebe, Barbara

 

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