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Bewusster Konsum durch das Haushaltsbuch

Verschwendung und ungute Gefühle

 

Kennst du das? Das Geld rinnt dir zwischen den Fingern durch und du weisst gar nicht, wo es geblieben ist? Schon seit längerer Zeit stelle ich fest, dass ich mehr als gewollt ausgebe. Obwohl ich ein kleines Budget habe, und demnach gar nicht viel verbrauchen kann, habe ich das Gefühl, für meine Begriffe verschwenderisch viel auszugeben. Jedenfalls mehr, als ich tatsächlich benötige. Immer wieder tätige ich spontane Fehlkäufe, weil ich zu wenig achtsam und zu wenig bewusst im Moment war. Ich gab schleichend die gute und nützliche Gewohnheit auf, eine Wunschliste zu führen. Statt dessen gebe ich meinen Wünsche allzu oft ohne gross zu reflektieren nach. Das alles hinterlässt ein schlechtes Gefühl in meinem Innern und bedrückte mich. Ich fühle mich zunehmend unwohl mit diesem Verhalten.

 

Unbewusster Konsum bewusst machen

Das will ich ändern. Angeregt durch meinen Freund, der seit mehreren Monaten ein Haushaltsbuch führt, nehme ich mir das für den Monat Juni ebenfalls vor. Ich schaffte mir ein kleines, gelbes Heftchen an, das ich immer in meinem Rucksack dabei habe, und notiere all meine Ausgaben darin. Nach kurzer Zeit stelle ich bereits einigermassen schockiert fest, wie oft ich mein Portemonnaie zücke, und ohne zu denken Geld ausgebe. Ich bin entsetzt zu sehen, dass kein Tag vergeht, an dem ich nicht etwas Kleines kaufe oder konsumiere. Sei es die Tasse Tee im gemütlichen Beizli, sei es ein Zugticket oder aber Lebensmittel. Vom Schnäppchen beim Abstecher in Brockenhaus ganz zu schweigen. Auch Dinge, die im Moment nicht nötig sind, purzeln mir ins Körbchen. Zuhause dann schiebe ich sie in den Schrank als Vorrat.

 

Kaufen als Beschäftigung

 

Ich stelle beschämt fest, dass ich oft kaufte, ohne wirklich etwas nötig zu haben. Ich beschäftige mich damit in meiner freien Zeit, und habe es gern, etwas zu erledigen zu haben. Immer einem neuen Plan folgend, verwirkliche ich spontane Ideen ohne jemals wirklich an einem Ziel anzukommen. Jedem erfüllten Wunsch folgt ein nächster, ich werde nicht fertig damit. Es ist nie genug. Dabei ist es doch schon lange mehr als genug! Langsam macht sich eine kleine, leise Verzweiflung breit. Ich spüre deutlich, dieser Weg führt mich garantiert nicht zum Glück. Und trotzdem kann ich mein Verhalten noch nicht ändern. Zu automatisch das Handeln, zu eingeschliffen die Gewohnheit. Zu unbewusst mein Sein.

Haushaltsbuch führen

Ein Budget erstelle ich mir seit 30 Jahren und teile mein Geld ein. Daher dachte ich auch lange, ich brauche kein Haushaltsbuch zu führen. Ich rationiere einfach meine mir zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel und komme mit ihnen aus. Da ich aber mein Budget oft nicht einhalten kann, und dann beim Essen sparen muss, wollte ich mir ein anderes Verhalten angewöhnen.

Nun führe ich also ein Haushaltsbuch. Ich habe drei Kategorie erstellt:

Haushaltsgeld: Food (Lebensmittel) und Nonfood (Haushaltsartikel wie Waschmittel und Klopapier)

Sackgeld: Zugtickets und private Ausgaben (Tee’s im Restaurant, Eintritt in die Badi, Glace, Snacks)

Kleider, Schuhe und Wohnung (Frottéewäsche, Kissen, Bettwäsche, Geschirr)

Das erlaubt mir, mir meines Konsums bewusster zu werden und genau heraus zu finden, wieviel ich in jedem Bereich verbrauche. Beobachten verändert bereits etwas. Idealerweise führe ich das Haushaltsbuch über mehrere Monate hinweg, erst dann lassen sich hilfreiche Schlüsse ziehen, wo das Geld hinfliesst und was man verändern möchte.

Jetzt stehe ich ganz am Anfang und hoffe, einen langen Atem zu haben und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Mein Ziel ist es, Ende Monat nicht immer eine Punktlandung auf Kontostand Fr. 0.—anzusteuern, sondern ein paar Franken stehen lassen zu können, um nötige und unvorhergesehene Ausgaben stemmen zu können. Aber dafür muss ich wohl erst mein Gefühl fürs Sparen ins Positive drehen. Doch dazu ein anders Mal mehr.

Alles Liebe, Barbara

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Diesenbacher Heidi (Freitag, 15 Juni 2018 13:19)

    Hallo Barbara! Dein Blog ist SUPER!!! Den schau ich mir künftig öfters an!