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Internet-Diät

Der neue Akku und die Einsicht

 

In meinen dreiwöchigen Ferien im Juni beschloss ich spontan, meinen Internetkonsum zu reduzieren. Und das kam so: Mit dem Gebrauch meines neuen Ultrabooks fiel mir auf, dass ich meinen neuen Akku fast täglich aufladen musste. Und das Ding hat eine Laufzeit von 7.5 – 8 h! Mir war vorher gar nicht bewusst, wieviel Zeit ich im Internet verbrachte mit surfen und stöbern, Musik hören auf Youtoube, auf Facebook rumhängen und damit, tausend Dinge abzuklären, nachzuschauen und zu erforschen. Ich schaute viele Videos und las Blogs zu den Themen Minimalismus, nachhaltiges Leben, Konsumverzicht, Capsule Wardrobe und Veganismus. Ich merkte gar nicht, wie viele Stunden ich unbewusst im Internet die Zeit totschlug und auch nicht, wie stark mich dieser Konsum beeinflusste und mich von mir selbst entfernte.

Neue Inhalte mussten her

Ich entschied mich von heute auf Morgen und ohne grosse Vorbereitung dazu, mal auf das Internet zu verzichten. Zu sagen ist dazu, dass ich kein internettaugliches Mobile habe. Das hiess: kein TV, keine Filme und keine Videos schauen, keine Musik hören (Ich habe keine andere Möglichkeit als Youtube, um Musik zu hören), kein Wetterbericht, keine Zugsverbindungen nachschlagen, überhaupt rein gar nichts nachschlagen. Es hiess auch, keine Bestellungen übers Internet zu tätigen. Stattdessen mich mehr besinnen, was ich sonst noch so mit meiner freien Ferienzeit anfangen kann: Freunde real treffen, meinem Tisch einen neuen, türkisfarbenen Anstrich verleihen, ins Freibad gehen und das kühle Wasser auf der Haut spüren, Brockis durchstöbern, Nähen, Lesen, Meditieren, den Kopf in die Sonne strecken und mich auf mich besinnen. Meine Regeln waren, dass ich aber ein bis zwei Mal am Tag die E-Mails abfragen darf, um nicht völlig von der Welt abgenabelt zu sein.

Die ersten Schritte zur Veränderung

Die ersten paar Tage war ich erstaunt, wie gut mir der Verzicht gelang. Aber am Tag vier erwischte es mich an einem Samstag Nachmittag kalt: Meine Stimmung sank rapide in den Keller und ich wusste nichts mehr mit mir anzufangen. Die Konfrontation mit mir selbst war mir in diesem Moment so unangenehm, dass ich mich liebend gerne in die Ablenkung durch das Internet geflüchtet hätte. Doch ich überstand diesen Zustand mit Schreiben und Meditieren. Am Tag sechs dann der Entscheid: Ich löschte mein Facebook-Profil. Was erst ein mulmiges Gefühl auslöste, schenkte mir schon nach ein paar Tagen ein neue Freiheit. Zweifel an meiner Handlung kamen aber auf, als ich eine halbe Woche später meinen neuen Blogartikel geschrieben und eingestellte hatte: Wie sollten nun meine Leser ohne die Veröffentlichung auf Facebook erfahren, dass ein neuer Text online war? Ich stoppte als die Löschung, um weiterhin meine Blogbeiträge posten zu können auf Facebook.

Welche Folgen hat das für mich?

Ich habe meine selbst bestimmten Regeln einige Male gebrochen: Immer Freitags, als ich meinen Blogartikel einstellte war ich kurz im Internet. Vor meinen Ferien habe ich den Wetterbericht geschaut. Dann habe ich gegen Ende des Monats die Stelleninserate durchgesehen. Für diese Handlungen fand ich keine gute Alternative. Aber einiges ist mir in dieser Internet-Diät bewusst geworden:

- Ich will viel weniger online sein, vor allem nicht mehr unbewusst herumsurfen.

- Ich will das Internet gezielt nutzen, damit es mir dient.

- Ich versorgen mein Ultrabook im Schrank, um nicht mehr der Verführung ausgesetzt zu sein.

- Aus den Augen, aus dem Sinn.

- Ich bemühe mich aktiv um Alternativen und werde kreativ in der Freizeitgestaltung.

  

Welche Erfahrungen hast du mit deinem Internetkonsum gemacht?

 

 

Alles Liebe, Barbara

 

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