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Emotional Centerin - Herzarbeit

Gefühlsstürme im Wechsel mit Gefühlstaubheit

 

Als hochsensible Person kannte ich seit meiner Kindheit starke Gefühle, die mich zu überschwemmen drohten. Die Folgen davon war, dass ich mich im jungen Erwachsenenalter für meine Gefühle schämte, sie mir Angst machten und ich sie zu unterdrücken versuchte. Was aber allerdings die zeitweilige Überschwemmung nur noch verstärkte. Das erzeugte Schwankungen zwischen dramatischen Gefühlsausbrüchen und irritierender Gefühlslosigkeit. Ein stetes, ruhiges Spüren meiner Befindlichkeit war mir fremd. Das sollte sich erst nachhaltig ändern, als ich die Herzarbeit für mich entdeckte.

Gefühle fühlen

Lange Jahre besuchte ich regelmässige Sitzungen beim Heilpraktiker und Psychologen Marc Faist. Eines seiner Angebote war auch das Seminar «Emotional Centering», das zum damaligen Zeitpunkt noch «Herzarbeit» hiess. Im 2011 besuchte ich das Seminar, und mir war erst noch nicht ganz bewusst, welchen Schatz ich damit in die Hände bekommen hatte. Bereits im Seminar aber spürte ich die heilende Wirkung und hatte ein grosses Aha-Erlebnis, als ich erstmals wirklich begriff, dass Gefühle einfach nur gefühlt werden wollen. Dazu sind sie da! Das ist unsere Aufgabe mit ihnen, sie zu fühlen.

Die fünf Schritte der Herzarbeit

Wie kann man sich nun die «Herzarbeit» vorstellen? Ein einfacher Ablauf ermöglicht uns den Zugang zu unseren Gefühlen:

- Ich verbinde mich mit meinem Herzen und meiner «Seelensonne», die hinter meinem Herzen liegt.

- Ich steige über einen Gedanken, eine Körperempfindung oder ein Gefühl ins Fühlen ein.

- Ich beobachte aus meiner «Seelensonne» heraus mein Gefühl und fühle es. Ich lasse es zu. Ohne zu übertreiben, ohne zu dramatisieren, aber auch ohne es zu verdrängen.

- Ich frage mein Gefühl, was es braucht. Das kann sein: Liebe, Anerkennung, Achtung, Respekt, Raum, Zuwendung etc.. Lass dich dabei von deiner Intuition leiten.

- Dann lasse ich meinem Gefühl das zufliessen, was es von mir braucht. So lange, bis das Gefühl ins Herz aufgenommen wird und sich ein friedliches und liebevolles Gefühl einstellt.

Das ist der Ablauf der seelenzentrierten Herzarbeit, wie ich sie damals gelernt habe. Inzwischen geht bei mir der Ablauf schneller und die einzelnen Schritte sind nicht mehr so klar voneinander abgegrenzt. Ich kann mich dazu auf mein Kissen setzen, das muss aber nicht unbedingt sein.

Die Folgen der «Herzarbeit»

Gefühle sind flüchtige Wesen, die in stetiger Veränderung begriffen sind. Dank der «Herzarbeit» kann ich meine Gefühle besser wahrnehmen, sie benennen, sie beobachten ohne mich zu stark zu identifizieren und sie auch wieder loslassen. Oder besser gesagt, die Gefühle lassen mich los. Das hat mir die Angst vor intensiven Gefühlsempfindungen genommen und hilft mir im Alltag, mich besser zu spüren. Ich bin immer noch ein emotionaler Mensch, das mag mit meinen feinen Antennen zu tun haben, aber ich hadere nicht mehr damit. Ich habe einen Umgang gefunden, mit meinen Anlagen wohl zu sein.

Kennst du die «Herzarbeit»?

Wie kommst du mit deinen Gefühlen zurecht?

 

Alles Liebe, Barbara

 

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