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Wie ich versuche, Müll zu reduzieren

Faszination Zero Waste

 

Bereits Anfang 2018 machte ich den Versuch, auf Papiertaschentücher zu verzichten. Nachdem ich mir auf der Arbeit allerdings komisch vorkam, mein Stofftaschentuch aus der Tasche zu ziehen, liess ich das wieder sein. Doch der Gedanke daran, Müll zu reduzieren oder sogar ganz zu vermeiden, liess mich nicht los. Nachdem ich einige Bücher zum Thema gelesen hatte (z.B. «Wie wir es schaffen, ohne Müll zu leben» von Hannah Sartin und Carlo Krauss, «Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün» von Shia Su oder natürlich «Glücklich leben ohne Müll» von Bea Johnson), war ich mehr und mehr fasziniert davon, diese Herausforderung in meinem Leben anzunehmen. Eins ist sicher: Wir verursachen alle zu viel Müll und vor allem zu viel Plastikmüll. 

Müllvermeidung ernsthaft

Nun habe ich ernsthaft vor, dieses Projekt in Angriff zu nehmen. Mit meiner Umsetzung komme ich Schritt für Schritt voran und ich gebe mir bis Ende Jahr Zeit, die neuen Gewohnheiten zu verfestigen. Ich hoffe, ab Januar 2019 meinen Müll drastisch reduzieren zu können. In den letzten Jahren pendelte sich meine Müllmenge auf einen 17 lt Sack pro Woche ein. Mit etwas Engagement senkte ich die Menge auf einen Sack alle zwei Wochen. Nun hat es mich gepackt, und ich will schauen, was noch möglich ist. Alles, was nicht rezyklierbar oder kompostierbar ist, auch nicht in die Papier/Kartonsammlung kann, landet im Müll. Der Hauptanteil davon ist Plastik, wie ich bald unschwer erkannte. Vermeide ich also konsequent Plastik, schrumpft mein Müll auf ein Minimum zusammen. 

Plastikfreie Alternativen

Jetzt lasse ich meine Vorräte ausgehen und ersetze sie durch Waren aus dem Unverpackt Laden, dem Markt oder dem Brockenhaus. Hier eine Auflistung von Dingen, die ich nicht mehr kaufe und durch was sie ersetzt werden:

 

HAUSHALT

Papiertaschentücher -> Stofftaschentücher

 

Haushaltspapier -> Leinenlappen aus alten Geschirrtüchern

 

Swiffer Staubtücher -> dito

 

Waschmittel -> selbstgemacht aus Kernseife, Natron und Soda oder Essig oder kompostierbare Waschnüsse oder Rosskastanien

 

Badreiniger -> selbstgemacht aus Essig und Zitronenschalen

 

Abwaschmittel -> Unverpackt Laden

 

Fusselroller -> Kleiderbürste

 

Petflaschen -> Edelstahlflasche

 

BADEZIMMER

Douchgel und Douchegel -> Aleppo Seife oder Olivenölseife

Pflegespühlung -> Saure Rinse (Essigwasser)

Gesichtscreme und Bodylotion -> Kokosöl, Rapsöl oder Olivenöl unverpackt

Deo -> selbst gemacht aus Natron, Kokosöl, Maisstärke und etwas ätherischer Ölmischung

Lippenpomade -> Sheabutter

Zahnbürste -> Bambuszahnbürste

Zahnpasta -> Zahnputztabs unverpackt oder selbstgemachte Zahnpasta aus Natron, Xylit, Pfefferminzöl und Zahnputzpulver in Papier verpackt

 

Zahnseide -> aus echter Seide im Glasflacon zum nachfüllen (Leider nicht vegan – was ist der höhere Wert, vegan oder Zero Waste?)

Dekorative Kosmetik -> nicht nötig

 

KÜCHE

Plastikverpackungen - > Gläser mit Schraubverschluss, Stoffsäckchen

 

Tetrapackungen -> Cashewmilch selber machen

 

Kunststoffschwämme zum Abwaschen -> Kupfernetz und Naturschwamm

 

Vorratsdosen aus Plastik -> Glasbehälter mit Deckel, Konfigläser

  

Was ist mit veganen Joghurts und Margarine?

Mit dieser Ausstattung und dem neuen Einkaufsverhalten kann ich schon viel verändern und bewirken. Es gibt aber noch einige Dinge, für dich erst suboptimale Lösungen gefunden habe: Vegane Joghurts habe ich nirgends im Glas gefunden. Zurzeit verzichte ich und rühre mein Müesli mit dicker Cashewmilch an, auch fein. Vielleicht werde ich auch mal selber Joghurt machen aus Kokosmilch, aber das fallen die Tetrapacks oder die Dosen an. Dann Margarine – bei uns nur in Plastikverpackungen käuflich. Zurzeit lasse ich sie ausgehen und werde sie nicht ersetzen, sondern reine Konfitüre aufs Brot streichen, das Brot im Olivenöl tunken, oder sonst einen leckeren Streich geniessen. All das gibt’s im Glas.

Im Bad am einfachsten

 

Im Badezimmer war für mich die Reduktion am einfachsten und auch schon am weitesten fortgeschritten, da ich schon seit ich Minimalistin bin Freude an einfachen Dinge habe. Zero Waste sieht zudem ganz einfach wunderschön aus! Keine Beschriftungen, keine optischer Lärm in Form von bunten Etiketten, sondern nur Naturtöne und -materialien. Welch Freude für meine sensiblen Augen! Seit ich zudem meine Haut  nur noch morgens mit Wasser reinige und keine Seife mehr benutze, klappt es auch endlich mit der puren Ölpflege. Olivenöl ist aktuell mein Favorit. Es zieht – wenn endlich keine Emulgatoren mehr die Haut austrocknen – wunderbar ein und pflegt die Haut sehr gut.

  

Erst aufwändig, bald schon normal

Ich habe aktuelle genug Zeit, um mich diesem Thema zu widmen. Die neuen Gewohnheiten zu verfestigen braucht Zeit, plastikfreie Alternativen zu suchen ebenso. Weiss man aber erst mal, wo man alles herkriegt, wird das neue Verhalten ganz normal. Zudem macht es Spass, diese neue Herausforderung anzunehmen, etwas Gutes für den Planteten  zu tun und im Einklang mit meinen Werten zu leben.

 

Mein momentanes Zwischenziel: Pro Woche ein Liter noch unvermeidbaren Müll zu produzieren. Es wollen noch Dinge in Plastikverpackungen sowie mein Vorrat an Swiffer Staubtüchern aufgebraucht werden. Fazit nach einer Woche: Könnte klappen!

 

 

Alles Liebe, Barbara

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Maja (Dienstag, 16 Oktober 2018 16:02)

    Hut ab liebe Barbara! Soweit komme ich wohl nie.... geb mir aber auch Mühe, Müll zu vermeiden... �

  • #2

    Martina (Dienstag, 23 Oktober 2018 07:59)

    Finde das ganz toll, was du machst und dies in einem Blog festhälst.
    Ich stehe noch am Anfang meiner Umstellung aber kann auch bestätigen, dass es im Bad am einfachsten ist =)