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Das Bessere ist der Feind des Guten

 Gut genug und noch besser

 

 «Das Bessere ist der Feind des Guten.» Vor kurzem gelesen und für richtig befunden. Ich neige zu einem partiellen, ungesunden und vor allem unnötigen Perfektionismus, der mich, wenn ich nicht aufpasse, in die Optimierungsfalle treibt. Welch Freude ich an einer richtige guten Lösung habe, kannst Du hier nachlesen. Nun kann ich viel Zeit damit verbringen, nach der immer noch besseren Variante für etwas zu suchen. Glücklicherweise beschäftigt mich das nur bei einzelnen Themen. Es gibt verschiedene Lebensbereiche, die davon unberührt bleiben. Aber: Es gibt eben einzelne Dinge, bei denen ich nicht mit «gut» zufrieden sein kann: Bei vielen gestalterischen Entscheiden und bei der Kleiderschrankoptimierung um mal zwei zu nennen. 

 

Welches Verhältnis ist sinnvoll?

 

Was ist nun der hintergründige Nutzen, um nach dem Besseren zu streben? Qualitativ hochstehende (gestalterische) Lösungen kommen wegen einer perfektionistischen Ader zustande. Richtig gute und wasserdichte Konzepte entstehen erst, wenn ich nicht locker lasse, bis das Bessere das Gute besiegt hat. So weit so gut – im beruflichen Kontext mag dies bei gewissen Tätigkeiten seine Berechtigung haben. Aber auch hier gilt das Pareto-Prinzip von 80:20. Was heisst das nun? Um zum Beispiel eine gute, d.h. eine 80% Lösung zu erreichen, wende ich 20% meiner Energie (Zeit, Geld, Beziehungen etc.) auf. Um die letzten 20% von der guten Lösung bis zum perfekten Wurf zu erreichen, setzte ich 80% meiner Energie ein. Bedenkt man hier die Verhältnismässigkeit, lohnt es sich, vielleicht doch mit «gut» zufrieden zu sein?

  

Vergleichen ist aller Elend Anfang

 

Auch der Gedanke des Vergleichens kommt mir in den Sinn. Habe ich keinen Vergleich, bin ich mit dem Guten zufrieden. Sehe ich etwas Besseres, entsteht eine Unzufriedenheit und ich strebe nach dem Besseren und will es in meinen Besitz bringen. So funktioniert die Werbung und lässt uns Dinge ersetzten, die lange noch gut genug wären. Denke ich ein wenig nach, ist mir völlig klar, dass vergleichen der Anfang der Unzufriedenheit ist, denn es gibt immer etwas oder jemanden, der besser ist oder etwas Besseres besitzt. Ich frage mich gerade, ob es sinnvoll ist, nur sich selbst als Massstab zu nehmen. So bleibe ich mir selbst treu und bleibe bei mir. Es lohnt sich also, auf das Vergleichen zu verzichten und sich in Zufriedenheit zu üben.

  

Genug ist genug

 

Demnach will ich dem Feind des Guten keine Nahrung mehr geben. Gut genug reicht, wie schon John Naish in „Genug“ treffend schreibt:

 

„Es gibt eine vernünftige Alternative zu dem Drang, immer das Optimum haben zu müssen. Lassen Sie sich nicht von der illusorischen Aussicht auf das Allerbeste die Freude am Zufriedenstellenden verderben. Vielleicht ist ihr Leben gerade jetzt so gut, wie es nur werden kann – und sie dürfen einfach dafür dankbar sein. Und vielleicht (aber nur vielleicht) ist ein T-Shirt ebenso gut wie das andere.“

 

  

Alles Liebe, Barbara

 

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