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Internet bewusst

Verloren im World Wide Web

 

Manchmal gehe ich verloren. Ich verliere mich in den Weiten des Internets und tauche eine Stunde oder länger nicht mehr auf. Diese Zeit zeichnet sich durch völlig Unbewusstheit und Abwesenheit meines Geistes aus. Ich bin gänzlich abgeschaltet und kann mich kaum erinnern, was ich gesehen habe. Ich surfe von der einen Seite zur nächsten, lese noch den einen halb interessanten Blogbeitrag, dessen Inhalt ich sowieso alsbald vergessen habe. Ich nehme jeden Impuls auf und hüpfe von der einen Information zur nächsten, bis ich einen Kater habe. Eins ist sicher, dieses Verhalten tut mir nicht gut. Es gibt viele Dinge, die angenehmere Gefühle zur Folge haben. Warum also tu ich das?

 

Flucht vor unangenehmen Gefühlen

 

Das Surfen im Internet lenkt mich von meinen wahren Gefühlen ab. Ich spüre dann meine Langeweile nicht, kann flüchten vor meiner Anspannung, den Schmerzen aber auch einer manchmal spürbaren Leere. Der Mensch ist so, dass er die angenehmen Gefühle sucht und die unangenehmen zu vermeiden sucht. Nun lehrt mich die Meditation, alle Gefühle anzunehmen und zu betrachten. Das ist der einfachste Weg, das die Gefühle einem auch wieder loslassen. Leider bin ich nicht immer so bewusst, wie in einem meditativen Zustand. Und auch dann nicht immer!

 

Alternativen: Wo will ich hin?

 

Was ist nun ein günstigeres Verhalten? Es funktioniert nicht, sich vorzunehmen, was man vermeiden will. Z.B.: «Ich surfe weniger im Internet.» Das ist ein sogenanntes hinweg-Ziel und kein hinzu-Ziel. Ich muss herausfinden, was ich statt dessen gerne tun möchte. Auf was möchte ich mich hinzu bewegen? Wohin will ich mich entwickeln? Ich mache mir also Gedanken darüber, wie ich meine Zeit erfüllend für mich gestalten kann. Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe, da ich in meinem Leben keine feste, von aussen gegebene Struktur habe und ich mir jeden Tag selber gestalten darf. Einerseits liebe ich diese Freiheit der selbstbestimmten Zeit, andererseits überfordert mich dieser Umstand auch manchmal.

 

Die Freude ist der Wegweiser

 

Was macht mir also nachhaltig Freude? Ich finde Dinge wie Lesen und Schreiben, Spazieren, ein Feuer machen, Waldbaden, Tanzen, Fotografieren, Zeichnen und Meditieren in mir. Ich nehme mir vor, meine ungute Gewohnheit des ziellosen Surfens durch eine günstigere zu ersetzen. Eine Gewohnheit, die sich längerfristig positiv auswirkt auf meine Gesundheit und mein Wohlbefinden. Es braucht eine gute Portion Achtsamkeit und ein Bewusstsein dafür, wann ich wieder dazu neige, mich zu verlieren. Eine Strategie ist, wenn ich ins Internet gehe, die Zeit zu begrenzen auf eine Viertelstunde oder 20 Minuten ein bis zwei Mal am Tag. Ausnahmen sind, wenn ich Musik höre auf Youtube, einen Film schaue oder notwendige Recherchen mache.

 

Fokussieren auf meine Essenz

 

Zurzeit lese ich das Buch von Leo Babauta «Den Fokus finden und behalten». Dort finden sich viele praktische Tipps und vertiefte Überlegungen zur sinnvollen Nutzung des Internets. Willst Du Deinen Internetkonsum ebenfalls überdenken, ist diese Lektüre empfehlenswert. Wir werden belohnt mit einer besseren Beziehung zu uns selbst, mit mehr Zeit, Qualität und Musse. Für mich eine attraktive Sache, die ich gerne in mein Leben ziehe.

 

 

Alles Liebe, Barbara

 

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