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Die beste Freundin, der beste Freund

Vor ein paar Woche bin ich über eine interessante Frage gestolpert, und die möchte ich nun an Dich weitergeben:

 

Möchtest Du Deine beste Freundin, Dein bester Freund sein?

 

Als ich darüber nachdachte, erkannte ich, dass ich extrem gerne meine beste Freundin sein würde. Ich könnte mit mir stundenlang die Themen beleuchten, die mich interessieren. Ich hätte genau das Verständnis, dass ich mir wünsche. All die Dinge, die ich gerne tu, könnte ich mit meiner besten Freundin erleben. Sie hätte dieselben Hobbies, die gleichen Schwierigkeiten zu bewältigen und würde meine Stolpersteine kennen. Echte Empathie wäre möglich, weil meine beste Freundin gleich fühlen würde wie ich.

 

Diese Vorstellung versetzte mich in Begeisterung. Ich dachte mir, hätte ich mich nur als beste Freundin, wäre ich glücklich.

 

Hm.

 

Eigentlich habe ich ja genau das. Wenn ich wirklich mit mir zusammen bin, erfüllen sich oben aufgeführte Punkte von selbst. Schreibe ich Tagebuch, gehe ich genau diesen Inhalten auf den Grund, die mich faszinieren. Ich kann mit mir das unternehmen, was mir Freude bereitet. Wende ich mich mir aufmerksam und achtsam zu, erfahre ich das gewünschte Verständnis, nach dem ich mich sehne. Welch erhellender Gedanke. So will ich also meine beste Freundin sein. Ich kann mich auf mich verlassen und ich bin für mich da. Nur eins ist von grosser Wichtigkeit: Ich darf mich nicht vergessen und verlieren. Wer ist der wichtigste Mensch in meinem Leben? Eine Freundschaft wird idealerweise gepflegt, dann kann sie wachsen und sich vertiefen. So wird die Bindung stark und verlässlich. Das heisst für mich, die Hinwendung zu mir selbst und meinem Innern wichtig zu nehmen.

 

 

Alles Liebe, Barbara

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Kommentare: 2
  • #1

    Thomas Herren (Freitag, 17 Mai 2019 14:35)

    Hallo Barbara, ich habe Jahre, wenn nicht mein ganzes bisheriges Leben, damit verbracht, "mein bester Freund" zu werden. Das aus meiner Sicht Entscheidende kommt aber erst noch, nämlich was ich jetzt mit dieser Freundschaft anfange, nachdem ich sie aufgebaut habe. Damit sie nicht wieder verblasst, sollte sie gepflegt werden, sollten die Freunde zu einander schauen und etwas unternehmen. Das ruft nach Veränderung oder mindestens persönlicher Weiterentwicklung im Leben, was sich als echte Herausforderung erweist. Das jahrelange Alleinleben seit der Trennung meiner Ehe ist die Schlussphase im Aufbau der "besten Freundschaft." So wie schon George Bernard Shaw sagte, meint auch mein bester Freund "Life isn't about finding yourself. Life is about creating yourself." Nur womit und wie? Im Beruf geht es noch um eine gute Konsolidierung, aber sicher nicht um Neues, schon nur der finanziellen Verpflichtungen wegen. Eine neue Beziehung? Unrealistisch bis illusorisch aufgrund der gemachten Erfahrungen! Also, zufrieden und dankbar sein mit dem Leben, wie es kommt und geht, und dabei zum "besten Freund" Sorge tragen mit viel Achtsamkeit und Gelassenheit. Ich bin aber gespannt, wie lange diese Freundschaft hält ☺

  • #2

    Barbara (Freitag, 17 Mai 2019 15:48)

    Lieber Thomas, danke für Deinen Einblick in deine Gedanken. Weiterentwicklung, Wachstum und zum Kern meiner Selbst vorzustossen sind auch für mich wichtige Themen. Ob in einer Beziehung oder nicht, es ist sowieso hilfreich um zufrieden zu sein, Dankbarkeit zu spüren. Im Beruf wage ich jetzt einen Neuanfang mit 51, ich bin gespannt, was da alles noch auf mich zukommen mag. :-) Auf die Freundschaft zu uns selbst, die hoffentlich ein Leben lang halten mag!