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Nachhaltige Bekleidung: Zippora Marti kommt zu Wort

Der folgende Text baut auf das schriftliche Interview mit Zippora Marti vom 21. Mai 2019 auf.

 

Schnitttechnikerin mit einem Hang zum Minimalismus

 

Zippora Marti, eine Luzernerin mit Berner Wurzeln war bereits mit verschiedenen Projekten in den Medien präsent. Sei es mit der Herausforderung «One», als sie im 2018 jeden Tag dasselbe Kleid trug, oder aber mit ihrem neuster Wurf, «Thoughts of September», einer Lingerie Kollektion. Zippora lebt auch im Alltag eine minimalistische Grundhaltung, engagiert sich für Zero Waste, gibt Workshops und schreibt darüber in ihrem Blog «bonbelle».

 

Ich habe mit Zippora Marti über Minimalismus und Bekleidung gesprochen.

 

«One» ein Kleid – ein Jahr

 

Bewusst auf eine vielfältige Auswahl zu verzichten und damit ein Zeichen setzen, das war die Absicht von Zippora Marti, als sie sich dazu entschloss, im 2018 ein ganzes Jahr lang nur noch ein Kleid zu tragen. Sie erzählt, dass sie «One» vor allem in gedanklicher Hinsicht vor neue Herausforderungen gestellt habe. Die Erwartungen der Gesellschaft sowie ihre eigenen Denkmuster waren infrage zu stellen. Mit dem alltäglichen Handling ist sie aber gut zurecht gekommen und hat das schwarze, schlichte Kleid alle drei Tage von Hand gewaschen. Dazu kombinierte sie kreativ immer wieder neue Outfits. Der Entwurf stamm aus ihrer eigenen Feder, produziert wurde es im Berner Atelier Etris. Sie hat ihr Projekt zusätzlich auf Instagram dokumentiert und sich 365 mal in ihrem Outfit fotografiert.

 

Bewusstes Erlauben von Überflüssigem

 

Am Morgen immer bereits zu wissen, was frau anziehen soll, passt zu dem ansonsten auch minimalistischen Lebensstil von Zippora Marti. Sie bevorzugt einen schlanken Kleiderschrankinhalt, eine einfache, aber hübsch eingerichtete Wohnung und verzichtet zudem auf ein Auto. Es gibt aber auch Bereiche, in dem sie sich eine vielfältige Auswahl gönnt, sei es in den Bereichen unverpackte Lebensmittel, Geschirr und Besteck, da Zippora gerne Gäste verwöhnt. So definiert sie ihren persönlichen Minimalismus: «Für mich ist es das Weglassen oder das bewusste Erlauben von Überflüssigem.»

 

Verabschieden fällt meist leicht

 

Leicht trenne sie sich von den meisten Dingen, erzählt Zippora. Doch gibt es da geliebte Erinnerungsstücke aus der Kindheit, die sie gerne behalte. Solange sie positive Erinnerungen in ihr Wecken, gäbe es auch keinen Grund, die Gegenstände zu verabschieden, meine sie. Weiter gibt sie Einblick in ihre letzte Aktion, als ihr alles zu viel wurde und sie an einem Sonntag beherzt ihre Wohnung ausmistete. Als dann am Montag die aussortierten Waren dem Brockenaus abgegeben werden konnten, sei das ein gutes Gefühl gewesen, so Zippora Marti. Sie konnte Dinge loslassen, welche sie früher noch festgehalten hatte. Sie sieht Minimalismus als Lebensstil, nicht als Ziel, das es zu erreichen gälte.

 

«Thoughts of September»

 

Minimalistische Elemente weist auch ihre neuste Kreation auf, das Lingerie Label «Thoughts of September», kurz «thoose». Die Schnitte sind gemäss Zippora klar und die Farben dezent. Doch wer jetzt schlichte oder gar langweilige Unterwäsche erwartet, wir positiv überrascht: Die Teile sind raffiniert, stilvoll verführerisch und immer wieder mit grosszügiger oder dezenter, italienischer Spitze versehen. Wieviel Du davon hervorblitzen lässt, ist ganz Dir und Deinem Geschmack überlassen. Die in schlichtem Écru und in Schwarz gehaltene Lingerie unterstreicht die Schönheit der Frau, weil diese schön ist, so wie sie ist, so Zipporas Statement. Die ästhetischen Produkte sind nachhaltig und dazu komfortabel. Wer sich einen Einblick in diese schmeichelnden Kreationen verschaffen will, stöbert auf Zipporas Website.

 

www.zippora.ch

www.thoughtsofseptember.com

 

 

Alles Liebe, Barbara

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