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Verzichten - ja gern!

Zuviel des Guten

 

Der Mensch ist so veranlagt, dass er die angenehmen Gefühle sucht und die unangenehmen zu vermeiden sucht. Angenehme Gefühle entstehen zum Beispiel, wenn wir lecker Essen oder etwas kaufen (Dopaminausschüttung). Es gibt noch viele Situationen mit positiven Gefühlen, von denen dir jetzt sicher einige in den Sinn kommen. Ich neige dazu, mich an den angenehmen Gefühlen überfressen zu wollen. Etwas in mir verlangt immer mehr von dem Guten. Überfrachte ich mein System mit zu viel von etwas, kriege ich einen Kater und ein schales Gefühl stellt sich ein. Das tut mir also nicht gut. Ich kenne diesen Overload beim Essen, früher beim Trinken, oder auch in einer Ausstellung, wenn mein Sinnesorgan überfüllt ist und ich das Weite suchen muss.

 

Verzichte als geeignetes Mittel?

 

Obwohl also die Lust an den guten Gefühlen so stark ist, bekommen mir zu viel derselben nicht. Was hilft gegen diese Überstimulation? Ich kann lernen, zu verzichten. Nicht jedes Mal beim leisesten Gelüstlein einen Kaffee trinken, sondern sich z.B. eine Tasse pro Tag bewusst gönnen. Im 2018 trank ich ein ganzes Jahr keinen Kaffee. Das war eine Gewöhnungssache und gar nicht so schwer. Ein gutes Gefühl stellt sich beim Fastenbrechen mit dem bekannten Apfel ein: Er schmeckt anscheinend absolut köstlich. So verhält es sich auch mit dem Kaufen, bzw. dem Nichtkaufen: Gelingt es mir, längere Zeit enthaltsam zu sein, macht mir ein neues Teil viel länger und intensiver Freude.

 

Aus wenig mach mehr

 

Mein Fazit: Es geht also in meinem Leben darum, verzichten zu lernen und dadurch die Fülle neu zu erfahren. Ist mir etwas nicht zugänglich, gewinnt es automatisch an Wert. Verzichten ist eine einfache Möglichkeit, wenig nach mehr aussehen zu lassen. Wie am Beispiel mit dem Apfel gut zu sehen ist: Dieser schmeck nach einem üppigen Mal nicht halb so gut. Ein einzelnes Bild an der Wand hat deine Aufmerksamkeit, eine Capsule Wardrobe wird im allgemeinen mehr geschätzt als ein überfüllter Kleiderschrank. Zu verzichten ist ein Trick, um weniger mehr zu schätzen zu lernen und zufriedener zu werden mit dem, was man hat.

 

 

Alles Liebe, Barbara

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