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Minimalistisches Farbkonzept für die Wohnung

Minimalismus als Lebens- und Gestaltungsstil

  

Wie pflegst du deinen ganz persönlichen Minimalismus? Diese individuelle Angelegenheit kann sich auf den Lebensstil beschränken, muss sich aber nicht. Was meint Minimalismus eigentlich? Diesen Begriff gibt es in der Architektur, in der Musik, im Schreiben, in der Kunst schon den 1960er Jahren. Seit rund zehn Jahren auch im Bereich Lebensstil (Begründer: Kelly Sutton mit seinem Blog Cult of Less 2009). In allen Bereichen beschreibt der Minimalismus eine schnörkellose, vereinfachte, pure und klare Form des Ausdrucks. Jetzt geht es um Minimalismus als Gestaltungsstil in deiner Wohnung.

  

Echt, natürlich und ausdrucksstark

 

Farben und Materialien sind ein geeignetes Mittel, um die Stimmung in einem Raum zu definieren. Beim minimalistischen Gestaltungsstil geht es um verschiedene Nuancen mit geringem Bunttonanteil. Das heisst, auf bunte Akzente wird verzichtet, grossflächig werden erst recht keine gesättigten Töne eingesetzt. Es darf gespielt werden mit hell/dunkel-Kontrasten, Strukturen, Texturen und lebendigen Oberflächen mit Patina. Mit Stil und Klasse gealterte Stücke finden ebenso einen Platz, wie urtümliche, rohe Oberflächen und Materialien. Setze konsequent auf Naturmaterialien und gebe Plastik keine Chance. Alles Geleckte und auf Hochglanz polierte hat keinen Platz beim minimalistischen Gestaltungsstil.

 

Probiere aus

 

Um die ideale Zusammenstellung von Materialien und Farben zu finden, kreiere dir eine Schatzkiste mit deinem dreidimensionalen Stimmungsbild. Erstelle deine persönliche Sammlung aus Papierschnipseln, Stoffresten, Steinen, Ästchen und was dein Herz sonst noch zum Lächeln bringt. Nach der Sammelaktion wähle die allerschönsten Objekte aus und stelle dir eine Komposition zusammen. Achte auf das Verhältnis von hell/dunkel, auf die Strukturen von rau über weich bis glatt oder porös und auf die Proportionen. Spiele herum mit den Objekten deiner Schatzkiste, bis du ein stimmiges Arrangement gefunden hast. Jetzt kannst du das in eine flächige Komposition übersetzen, wie du unten einige Beispiele siehst.

  

Proportionen und Rhythmen

  

Wähle für den Dominanzfarbton (Wände, Boden, Decken) die grösste Farbfläche aus. Wie es der Name schon sagt, wird dieser Farbton deinen Raum dominieren. Achte also hier besonders auf die gewünschte Stimmung. Der Subdominanzfarbton meint eine etwas kleinere Fläche (Sofa, Bettwäsche, Vorhänge). Hier kannst du das Pendant zum Dominanzfarbton wählen. Um Akzente zu setzten, werden kleinere Flächen (Kissen, Stühle, Leuchten) gestaltet. Mache nicht den Fehler und wiederhole den selben Akzent viele Male. Das sieht man oft in Wohnzeitschriften oder in Möbelhäusern und hat nichts mit einem minimalistischen Gestaltungsstil zu tun. Entscheide dich stattdessen für viele unterschiedliche Nuancen und Schattierungen in verschieden strukturierten Materialien.

  

Ungekünstelte Arrangements

  

Wähle also natürliche Farben und Materialien mit Altersspuren und stelle diese Elemente mit Feingefühl und einem weichen Blick zusammen. Die Komposition soll locker und mit Leichtigkeit aus sich selbst wachsen. Vermeide gesuchte und allzu perfekte Inszenierungen. Asymmetrie, Unregelmässigkeiten oder kleine Fehler machen den Look lebendig und geben ihm Charakter. Das gilt für die ganze Wohnungsausstattung, die Möbel wie auch die eher spärlich eingesetzten Dekostücke. Mehr zum Japanischen Minimalismus Wabi Sabi hier. Wenn du wählen kannst zwischen Ikea und Brockenhaus, wähle das Stück mit Geschichte in natürlichem Material, guter Verarbeitung und Langlebigkeit. Diese Teile werden mit dem Alter immer schöner.

  

So ist dir die stilvolle Gestaltung deines Wohnraumes sicher.

  

Alles Liebe, Barbara 

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