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Farbe im Gesicht oder ungeschminkt?

Anderer Fokus - neue Entdeckungen

 

Seit vielen Jahren hat sich mein Bedürfnis, mich zu schminken mehr und mehr reduziert. Im Jahr 2016 entschloss ich mich dazu, zukünftig völlig leicht, frei und authentisch durchs Leben zu gehen. Nun hat sich vor ein paar Wochen etwas verändert in meinem Leben: Ich spüre durch ein neues Essverhalten hin zu vegan, gluten- und zuckerfrei deutlich mehr Energie, Klarheit und Wachheit. Es ist, als ob sich ein Schleier gelichtet hätte. Und ich entdeckte das Bedürfnis in mir, diesem veränderten Lebensgefühl Ausdruck zu verleihen. Erstmals rückten die bunten Töpfchen und Stifte wieder in mein Bewusstsein. Und: Ich entdeckte Schönes! Bunte Farben, schillernd, perlend, irisieren. Oder stumpfmatt und samtig. Lebendige Leuchtkraft oder schattiges Glimmen und kühles Scheinen. Es hatte sich farbmässig etwas getan in den letzten Jahren meiner Schminkabstinenz.

 

Komfortable Produkte

 

Ich stöberte und probierte aus, liess mich beraten und meine Farbwünsche von kompetentem Fachpersonal kommentieren. Zuerst legte ich mein Augenmerk auf die Naturkosmetik wie Dr. Hauschka und Benecos. Bald aber stellte ich fest, dass dort mehr konventionelle Töne zu finden waren, vor allem im Bereich der Lippenfarben. Die Make-up Produkte überzeugten mich ebenfalls nicht, und da schaute ich mich wie früher bei MAC um. Da wurde es berauschend für mich: Der Reichtum an Konsistenzen und Farbmöglichkeiten sowie der Tragekomfort waren schlicht unübertroffen. Dort lässt es sich aus einer Vielzahl von Hauttönen den absolut exakten treffen. Mein Favorit seit vielen Jahren ist Studio-Fix. Das Produkt schmiegt sich an und verschmilzt mit dem natürlichen Hautton. Das Hautgefühl ist leicht und so komfortabel, dass man fast meinen könnte, nichts aufgetragen zu haben.

 

Aber eben nur fast…

 

Rosazea und die empfindliche Haut

 

Ich habe Rosazea. Das erklärt meine ständig roten Backen, die unter Stress jeglicher Art (Essen, Anstrengung, Wind, Kälte, Sonne, Emotionen, Ölpflege usw.) noch röter werden. Das «gesunde» Aussehen, das ein Krankheitszeichen ist, geht mir schon mal auf den Wecker und ich hätte gerne eine gleichmässigere Hautfarbe. Diese Krankheit bringt eine hohe Empfindlichkeit der Haut mit sich. Lange Jahre habe ich herumgepröbelt mit Gesichtscremes (die gerne auch noch vegan sein sollten) und bin nach unzähligen Versuchen mit konventionellen und natürlichen Pflegeprodukten schlussendlich bei einer unüblichen Lösung gelandet: Ich verwende die Weleda Wildrosen Bodylotion ebenfalls fürs Gesicht und bin sehr zufrieden damit. Diese Lösung spricht mich auch deshalb an, weil sie minimalistisch in dem Sinne ist, dass ich für alles, was mein Körper an Pflege braucht, ein einziges Produkt brauche.

 

Feine Wahrnehmung

 

Zurück zum Schminken: Eben diese roten Wangen weckten in mir das Bedürfnis, die Leuchtkraft derselben etwas zurück zu nehmen. Mit dem MAC-Produkt gelang das auch gut. Doch mein Hautgefühl stimmte nicht. Ich merkte, dass ich etwas auf meinem Gesicht trug und fühlte mich hinter einer Maske verborgen. Da stand etwas zwischen mir und meinem Gegenüber. Meine Haut vertrug das Produkt erstaunlicherweise gut. Doch meine sensible Wahrnehmung meldete Irritationen und es kam das Bedürfnis auf, mir den Kopf zu waschen. Ganz ähnlich erging es mir bei den Lippenstiften: Ich fühlte mich nicht echt, wenngleich auch erfrischend anders. Es gefiel mir, mein Aussehen zu verändern und andere Facetten meines Selbst auszuprobieren. Doch das Gefühl stimmte nicht, und so liess ich beides bald wieder bleiben.

 

Fazit

 

Meine kinästhetische Wahrnehmung ist sehr fein, und mein Bedürfnis nach Echtheit grösser als das nach Variantenreichtum. Mein Ausflug in die Welt des Schminkens war eine aufschlussreiche Erfahrung für mich: Ich bleibe meinen alten Werten «Natürlichkeit» und «Authentizität» treu. Doch es tut gut, auch beständige Werte mal wieder einer Prüfung zu unterziehen und zu spüren, ob sie noch Gültigkeit haben.

 

Wie fühlst du dich wohl, geschminkt oder ungeschminkt oder sowohl als auch?

  

 

Alles Liebe, Barbara

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