in das bunte gehen - 13. oktober 2017

„…war mein Kleiderschrank fast ausschliesslich mit schwarzer Kleidung gefüllt. Es war die Mauer, hinter der ich mich verbarg. „In das Bunte“ zu gehen, war ein salto mortale in ein völlig neues Da-Sein. Das „Bunte“ in uns, die Farben, bedeuten immer Vielfältigkeit und ein Bekenntnis zur eigenen Individualität. Schwarz oder Weiss ist der Zustand von „entweder – oder“. Diese Grenzen aufzubrechen und „in die Farben zu gehen“ ist in jedem Fall mit Erfahrungen verbunden, die Neuland bedeuten und erst mal in „inneres Chaos“ stürzen können.“

 

Karin Hunkel in „Ganzheitliche Farbberatung – ein Ratgeber zur richtigen Farbentscheidung“

 

Seit meinem persönlichen Jahr des Wandels im 2011 habe ich mich mehr oder weniger bewusst entschlossen, nur noch schwarze Kleidung zu tragen. Lange habe ich mich darin geborgen gefühlt, auch etwas erhaben und sicher eingepackt. Seit anderthalb Jahren scheint mir diese Rüstung zu klein geworden zu sein, ich suche wieder vermehr den Zugang zu farbiger Kleidung. Trotz meinem Wunsch, das Bunte wieder zuzulassen, komme ich nicht vorwärts auf diesem Weg; mein Kleiderschrankinhalt ist immer noch zu grossen Teilen in Schwarz gehalten. Immer wieder schrecke ich zurück von der starken Kraft und Intensität der Bunnttöne und rette mich in altbekannte Dunkelheit. Ich brauche Mut!

 

Wie Karin Hunkel schreibt, ist die Annäherung an Farbe nach einer langen Schwarzphase ein Abenteuer und mich berührt es im Innersten. Schon immer farbsensibel, wurde durch meinen Beruf meine natürliche Anlage noch verfeinert. Nun ist mir manchmal Farbe einfach zuviel, auf der Haut, in den Augen, manchmal aber spüre ich einen solchen Farbhunger, dass ich baden könnte in der entsprechenden Nuance. Ich bin nach wie vor auf dem Weg zu mehr Farbe hin und gerade heute ist so ein Tag, wo mir scheint, ausbrechen zu müssen aus dem vielen Schwarz, das mich zwar sicher festhält, aber auch einengt und begrenzt. Genau diese Mauer möchte ich aufbrechen, Licht hineinscheinen lassen, das Gelbe willkommen heissen und dem Herzen einen rosa Schein gönnen. Gerade der Herbst mit seiner bunten Pracht macht mir bewusst, welch Geschenk die Farben sind und welche Nahrung sie für mein Wesen sind. Vordergründig ist Schwarz einfach, es ist sicher, alles passt, es verströmt vollkommene Ruhe und ist Minimalismus pur. Aber auf einer tieferen Ebene sind bunte Farben einfacher, sie nähren mich und es ist möglich, alles zuzulassen, was das Herz begehrt. Sicherheit versus Freiheit.

 

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alle farben? - 28. september 2017

Vor knapp 10 Jahren habe ich die Ausbildung für Farb- und Modestilberatung gemacht. Lange sehnte ich mich danach, mehr über dieses Geheimnis der richtigen Farben passend zum Gesicht zu erfahren und freute mich daher sehr, eingeweiht zu werden. Lange Zeit war ich happy und völlig überzeugt, dass es sich so einfacher durchs Leben gehen lässt. Diese Vorauswahl der Farben, gegliedert nach den vier Jahreszeiten, überzeugte mich. Und tut es immer noch. Es ist ein System, das bei den allermeisten Menschen aufgeht, bei manchen passt die Palette perfekt, bei andern passt sie auch, ergibt aber nicht so eine überzeugende Farbgestaltung, da ausschliesslich auf den Hautunterton Rücksicht genommen wird und die Augen- und Haarfarbe nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Nun merke ich, wie ich neue Gedanken denke: Wenn ich nur noch kurze Zeit zu leben hätte, würde ich mich noch an diese selbstauferlegte, minimalistische Farbpalette halten? Würde ich der äusseren Harmonie, der sichtbaren Schönheit noch so viel Aufmerksamkeit schenken? Würde ich meine inneren Bedürfnisse der visuellen Ästhetik unterordnen? Nein. Ich würde nach Herzenslust tragen, nach was mir ist. Ich würde mir geben, nach was ich mich sehne. Meine inneren und äusseren Farbbedürfnisse sind nicht deckungsgleich, na und? Nichts geht über ersehnte farbige Kleidung auf der Haut. Da können keine Wohnaccessoires, Wandanstriche, Essen in Lieblingsfarben und Frottee- oder Bettwäsche mithalten. Meiner Erfahrung nach wird ein Farbbedürfnis am ehesten und angenehmsten durch farbige Kleidung gestillt. Nun frage ich mich, warum warten? Ist es nicht vielleicht einfacher, die Farben, die innerlich zu mir gehören zu tragen, aus der ganzen Vielfalt zu schöpfen und sich individuell auszudrücken? Farben stehen in direktem Zusammenhang mit meiner Identität, meinem Ich, sie sind ein Ruf der Seele, entsprechen der Sprache des Herzens und haben ganz viel mit unseren Emotionen zu tun. Will ich diese Chance verpassen, meinen eigenen Ausdruck mit meiner persönlichen Farbsprache auszudrücken, weil ich sehen über fühlen stelle? Obwohl ich einen gestalterisch-künstlerischen Beruf habe, bin ich nicht ein eindeutig visueller Typ. Fühlen hat einen ebenso hohen Stellenwert für mich. Und das Ringen zwischen Sehen und Fühlen kenne ich seit vielen Jahren. Zurzeit lasse ich freudig und lustvoll „artfremde“ Farben in meinen Kleiderschrank und finde das super. Und es scheint mir, als ob es mein Leben vereinfachen würde, sicher aber gibt es mehr Freiheit und mehr Eigenart.

 

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2 monate kleiderkaufstopp - 31. juli 2017

7. Juni 2017

Es fängt schon gut an: Ich habe mir nach einer Woche Kleiderkaufstopp das Schmökern in Kleiderläden noch nicht abgewöhnt, und siehe da, da lacht mir das Teil entgegen, ich erkenne sofort, da steht mein Name drauf. Eine ärmellose Tunika aus Viskose, leicht A-förmig geschnitten, mit einem kleinen, geometrischen Muster in schwarz-weiss. Und das noch überaus günstig. Wie ist es nun, das Teil hängen zu lassen? Ich fühle mich bedrückt, und ärgere mich, eine solche Chance ungenutzt verstreichen lassen zu müssen. Andererseits ist meine Entscheidung klar, ich spiele nicht einen Moment mit dem Gedanken, meinen Vorsatz nicht einzuhalten. Ich mache eine Aufnahme mit dem Mobile und nehm so die Tunika digital mit mir als Teil eins, das ich sicher (!) gekauft hätte.

 

8. Juni 2017

Beim Entfärben von ein paar früher mal schwarz eingefärbten Teilen wurde das Resultat fleckig. Minus 3 Teile.

 

28. Juni

Jetzt der Härtetest: Sale bei Gudrun Sjöden. Habe eine Liste mit Lieblingen (blau!) auf dem Wunschzettel, vielleicht ist der in einem Jahr noch aktuell. Vielleicht habe ich aber auch gar keine Lust mehr auf diese Teile. Jedenfalls löst es in mir schon etwas ungute Gefühle aus, auf diese günstige Gelegenheit zu verzichten. Gleichzeitig bin ich aber auch froh, einfach keine Kleider mehr zu kaufen. Punkt.

 

29. Juni

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: Habe getauscht: Ein Postkartenset mit Kunstpostkarten meiner Arbeiten „Salz und Gold“ gegen eine schwarze Tunika aus Viskose. Ein guter Handel – vielleicht sind die Spielregeln damit etwas arg gedehnt worden. Die Frage stellt sich, ob die, die ich damit ersetzen wollte, wirklich so unrettbar verloren ist? Ja, verwaschen und ein Loch – sie darf gehen.

 

2. Juli

„The true cost“ gesehen und mich motiviert gefühlt, mein Kleiderkaufstopp-Jahr durchzuziehen. Es geht mir darum, längst eingeschliffene Verhaltensmuster zu durchbrechen und danach zu einem anderen Handeln zu kommen. Die meisten von uns konsumieren zu viel, zu unbewusst und zu oft.

 

5. Juli

Ich habe mir im Brocki Stoff gekauft und eine einfache Sommerhose selbst genäht. Das hat Freude gemacht und ist trotz anfänglicher Skepsis recht gut geworden. Der Aufwand war absolut überschaubar und das Resultat zufriedenstellend.

 

17. Juli

Langsam beginne ich zu begreifen, dass ein Kleiderschrankinhalt keine statische, sondern eine flexible Angelegenheit ist, die sich verändernden Bedürfnissen anpassen darf. Kleider verwaschen, kriegen Löcher, sitzen nicht mehr richtig, Säume werden wellig und Stoffe dünn. Meine Teile haben sich weiter reduziert aus oben genannten Gründen, obwohl ich das eine oder andere Loch geflickt habe. Da ich nur eine sehr überschaubare Garderobe habe, nutzen sich die Kleider durch häufiges Tragen und Waschen auch mehr ab. Es kann also schlicht sein, dass ich Teile nötig haben werde, bevor das Jahr um ist.

 

30. Juli

Ich stelle meinen Plan, ein Jahr lang keine Kleidung und kein Drumherum zu kaufen, sehr in Frage. Mein Schrankinhalt hat sich wegen wechselnder Farbwünsche und verwaschenen Teilen weiter reduziert. Am Wochenende las ich „Das Kleiderschrankprojekt – Systematisch zum eigenen Stil und zu bewusstem Modekonsum“, dort wird meine Ansicht, dass stimmig zusammengestellte Outfits einer stetigen, feinen Anpassung bedürfen (ca. alle 3Mt.) bestätigt. So wird sichergestellt, dass verwaschene und abgetragene Kleidung aussortiert wird und mit neuen Teilen dem aktuellen Bedürfnis nach Selbstausdruck Rechnung getragen wird. Meine Vorlieben und Farbwünsche verändern sich, mal liebe ich Blau so sehr, dass ich ein Schlumpf werden möchte, mal verbanne ich alle Bunttöne aus meinem Schrank. Die Idee, alle drei Monate die Akzentfarben zu wechseln oder ganz zum Verschwinden zu bringen, gefällt mir und würde meinem wechselnden Farbhunger gerecht werden. Eine rechte Auswahl Basics in Neutraltönen, dazu einzelne Stücke oder Accessoires in Farbe, je nach aktueller Vorliebe. Da ich inzwischen weiss, dass ich nebst meiner innigen, alten und immer wiederkehrenden Liebe für schwarze Kleidung wechselnde Vorlieben für verschiedene Nuancen habe, kann dieses Konzept funktionieren. Aktuell träum ich von Farbtupfern in senfgelb und caput mortuum (ein brauner Ton mit einem Hauch Blau drin), ideal für den Herbst.

 

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farbwirkung in der kleidung - 2. juni 2017

Blau

 

Letztes Wochenende ist mir in der Bibliothek ein Buch über Farben in die Hände gefallen, eines, das ich noch nicht kannte. Ich nahm es mit und schmökerte interessiert darin. Es handelt sich um ein Verzeichnis über Farben und beleuchtet die Wirkung und Bedeutung der verschiedenen bunten und unbunten Töne, insbesondere in den Bereichen Einrichtung und Mode. Ich las also da neugierig über meine momentane Lieblingsfarbe Blau, dass sie keinem Menschen so richtig stehe. Nun, meiner Ansicht nach ist es genau umgekehrt: Blau ist die toleranteste Farbe im Spektrum, was die Tragbarkeit angeht. Meines Erachtens deswegen, weil Blau komplementär zum Hautton ist und so diesen immer zur Geltung bringt. Kühltonige tragen Blautöne mit einem Rotstich besser, warmtonige solche mit einer Prise Gelb. Aber grundsätzlich finde ich, Blau steht allen Menschen. Vielleicht nicht jede Nuance (hell, dunkel, getrübt), aber es findet sich sicher für jeden ein vorteilhaftes Blau.

Wie hast du es mit Blau? Trägst du es gerne, und achtest du auf die Nuance, findest du, es steht dir?

 

Weiter verströmt Blau eine sichere Aura. Blauträgern wird Verlässlichkeit, Seriosität, Treue und Verbindlichkeit nachgesagt. Das macht sympathisch und schafft Vertrauen.

 

Schwarz und Weiss

 

Jetzt wurde es besonders spannend: Seit langer Zeit gilt diesen zwei Farben mein besonderes Interesse, weil ich hauptsächlich schwarze Kleidung trage und vor allem in Weiss(tönen) wohne. Und hier wurde ich auf etwas Neues aufmerksam gemacht: Ich empfand immer Schwarz als die stärkste Schutzfarbe (auch hier im Blog so beschrieben), nun zeigte mit die Autorin etwas anders auf, das mich überzeugt hat. Und zwar durch folgende Überlegungen: Da Schwarz alle Farben in sich aufnimmt und nichts reflektiert, grenz sie nicht ab sondern nimmt das Ganze in sich auf. Was für Farbe gilt, gilt auch für andere Energien. Und Weiss, das alle Farben reflektiert, nimmt nichts auf und ist somit die grösste Schutzfarbe überhaupt. Hm! Ein ganz neuer Gedanke für mich. Was ich spürte bei Schwarz war seine verdichtete Energie, seine Kompaktheit und sein filzig verwobenes Netz. Ich empfand seine Schwere und die Summe aller Farben als undurchdringlich, gedrängt und fest. Aber dass so eigentlich alles zu sich genommen wird, alles an sich herangelassen wird und ich nicht geschützt werde, leuchtet mir ein. Somit korrigiere ich jetzt mein inneres Bild zu Schwarz als Schutzfarbe und setzte stattdessen Weiss ein. Was auch Sinn macht, weil viele therapeutisch und/oder heilend arbeitende Menschen weiss gekleidet sind. Was aber für mich trotzdem nicht heisst, von der Basicfarbe Schwarz zu Weiss zu wechseln, auch wenn weg von Schwarz die im Prinzip richtige Bewegung darstellt. Seit länger bedeutet das, zu mehr Blau hin.

 

Was hat das nun alles mit Minimalismus zu tun? Trägst du die Farbe, die dich unterstützt, optisch wie auch innerlich, vereinfacht das dein Leben, weil du deine Ressourcen schonst. Du fühlst dich wohl(er) und kannst mit dem bewussten Einsatz von Farben deinem Wohlbefinden dienen. Ein Kleiderschrankinhalt mit bewusst gewählten Nuancen ist eine Quelle der Freude, vereinfacht das Auswahlverfahren beträchtlich und gibt dir zusätzliche Energie.

 

Wer jetzt wissen möchte, wie das Buch heisst: „Was Farben sagen“ von Isabelle Wolf

 

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kleidertauschparty - 21. juni 2017

Letzten Samstag fand anlässlich des Umwelttages in Bern eine Kleidertauschparty im Bienzgut in Bümpliz statt. Um zwei wurden die Türen geöffnet, 20 Minuten davor standen bereits einige Besucherinnen beladen mit Kleidertaschen an. Der Tausch wurde eröffnet mit einer kleinen Modeschau, danach waren die Kleiderständer freigegeben für die interessierten Frauen. Der Andrang war enorm, es war ein Menschengewusel, alle versuchten, sich ein passendes Teil zu ergattern. Das Tauschprinzip funktionierte wie folgt: Beim Eintritt erhielt man 3 Bons, und für jedes mitgebrachte Kleidungsstück ein Bon, aber maximal total 8 Bons. Für jeden Bon liesse sich ein Kleidungsstück oder Accessoire eintauschen. Fand man mehr als 8 Teile, konnte man diese für Fr. 2.—kaufen. Da ich auf Kleiderdiät bin, hatte ich die Hoffnung, etwas in Blau zu finden, meiner momentanen Lieblingsfarbe. Und siehe da, ich wurde nach ausgiebigem Durchkämmen der Ständer fündig: 4 neue Oberteile haben nun Einzug in meinen Kleiderschrank gehalten, davon sind 3 blau. Ein Strickjäckchen, ein Langarmshirt sowie zwei Tuniken passten mir und durften mit nach Hause. 4 Teile habe ich ausgemistet (zu klein, zu kurz, falsche Farbe), gleichviel besitze ich nun wieder. Ich habe kein Geld ausgegeben und nicht gegen meinen Kleiderkaufstoppregel verstossen und trotzdem einige neue Teile auf meiner Kleiderstange. Das macht Freude!

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projekt 333 - 16. juni 2017

Während 3 Monaten nur 33 Kleidungsstücke tragen, das ist das Projekt 333. Viele haben es schon gemacht, nun nahm mich wunder, wie viele Teile bei mir so üblicherweise im Gebrauch sind. Meine Inventarliste umfasst gut 100 Stücke, da ist aber alles vom Schirm bis zum Ohrschmuck, jede Socke und alle Dinge mitgezählt, die in einem Schrank wohnen. Beim Projekt 333 zählt man nur Oberteile, Hosen/Jupes, Schuhe, Jacken und Accessoires. Was nicht dazu gezählt wird sind: Schlafbekleidung, Unterwäsche und Socken, Sportsachen und Schmuckstücke wie der Ehering. Ich interessierte mich dafür, das Projekt 333 mitzumachen, merkte aber beim genauen Zählen meiner Teile, dass ich bereits seit vielen Monaten im Sommer wie im Winter mit +/- 32 Teilen auskomme. Mein Rezept ist schichten wenn es kühler wird; so passen meine Kleidungsstücke das ganze Jahr über. Nun stelle ich fest, dass mein Schrankinhalt bereits so verschlankt ist und dass das Projekt 333 keine besondere Herausforderung für mich darstellt. Einfach reduziert.

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kleiderkaufstopp - 31. mai 2017

Vor ein paar Tagen war ich im nahe gelegenen Wald und habe ein Feuer gemacht. Meine Absicht war es, ein Ritual durchzuführen um meine Entscheidung zu stützen. Die Entscheidung, ab 1. Juni 2017 ein ganzes Jahr lang keine neuen Kleidungsstücke und keine neuen Schuhe zu kaufen. Auch nicht im Second Hand Laden oder im Brockenhaus. Einfach den Kleiderschrank mal so stehen lassen und alle Versuchungen an mir vorbeiziehen zu lassen. Also suchte ich Holz und feuerte an, um einige meiner Lieblingskataloge (Gudrun Sjöden!) den Flammen zu übergeben und so symbolisch Abschied zu nehmen. Von der Verlockung, den Schrankinhalt immer wieder und weiter zu optimieren und mit diesem Thema nie zur Ruhe zu kommen. Denn das ist meine Absicht: Meine Capsule Wardrobe mal ruhen zu lassen, alles zu tragen was ich habe, Bestehendes aufzutragen und nicht zuletzt weniger Geld zu brauchen. So ein wenig Sorgen mache ich mir schon, ob alle meine Socken und andere, ältere Teile durchhalten werden oder ob ich in Nöte kommen werde. Meine gesamte Garderobe umfasst gut 100 Teile, alles und jedes Ding mitgezählt, inkl. Taschen, Schuhe, Schmuck und Accessoires. Nun ja, sollte etwas Löcher kriegen, kann ich es ja auch noch flicken. Viel zu oft keine Möglichkeit mehr für mich. Früher war das normal…

 

Ein weiterer Aspekt ist, wie ich mit meinem launischen Farbhunger umgehen werde und dem Gefühl, Wünsche nicht mehr sofort erfüllen zu wollen. Welche Empfindungen da auftauchen werden, darauf bin ich gespannt und habe vor, sie wahrzunehmen und vorbeiziehen zu lassen. Nicht immer muss man jeder Regung Folge leisten. Und das sage ich jetzt vor allem zu mir selbst.

Ich versprech mir davon eine Vereinfachung dieses Themas, weil es dann eben hoffentlich nach einer Umgewöhnungsphase kein Thema mehr sein wird.

 

Alle drei Monate gibt es hier eine Info über den Stand der Dinge und meine Befindlichkeit und ob ich meiner Absicht treu bleibe.

 

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fashion feng shui - 24. januar 2017

Vor einigen Tagen durfte ich Modell sein für eine Fashion Feng Shui Beratung. Da mein Interesse für Bekleidung und konzeptionelle Gedanken dazu sehr gross ist, erwartete ich gespannt den Beratungstermin über Skype. Nach einigen einführenden Worten zu den Elementen und deren Farben und Stilbegriffe ging es darum, meine persönlichen Elemente herauszukristallisieren. Mittels verschiedener Fragebögen zu den Themen Essenz, Ziele, persönliches Kolorit und Körperform sowie Lebensstil wurde die Elementenmischung ermittelt. In meinem Fall war das als Hauptelement Wasser (Schwarz, Blau), dann Metall (Grau, Weiss) und um meine Ziele zu erreichen Holz (Grün, Blau). Mir wurde auf einmal klar, warum ich trotz zeitweiligem intensivem Farbhunger immer wieder wie magisch von der schwarzen (Kleider-)Farbe angezogen wurde. Schwarz ist meine Essenz, mein Innerstes! Im Blogeintrag vom 4. Januar 2017 „Basisfarben“ komme ich genau zum selben Resultat: Schwarz – Blau – Grau/Weiss. Was neu ist und sich schon automatisch etwas in meinem Kleiderschrank eingeschlichen hat: Blaugrüne Töne (Holz) zur Unterstützung auf dem Weg zu meinen Zielen und eine Prise Feuer (in meinem Fall Minimengen an Orange und Pink) und Erde (für mich ein gelbes Halstuch und ein braunes Jäckchen) für die Gesamtheit. Hat diese Beratung mein Leben vereinfacht? Eindeutig ja, ich weiss nun, dass ich grundsätzlich auf dem richtigen Weg bin und dass ich meine Farbgelüste in Microakzenten ausleben kann.

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basisfarben - 4. januar 2017

Auf mein Bedürfnis wollte ich hören und mehr Farbe in meinen Kleiderschrank bringen. Nachdem ich nun meinem Farbhunger gefolgt bin und mir ein Jahr Zeit genommen habe, von bunten Akzenten zu Schwarz über grossflächige Bunttönen (Kleid in Pink!) bis zu einer getrübten Palette mit Schwarz alles durchprobiert habe, glich mein Kleiderschrank zeitweilig einem Durchlauferhitzer. Stetes Ausprobieren machten manchen Gang zum Second Hand Laden nötig. Testen und verwerfen, damit leben und schauen, ob mir die Farben verleiden und ob ich so problemlos Kombinationen machen kann wie von mir gewünscht. Schlussendlich kann ich nach diesem Jahr Bilanz ziehen.

Folgende Kriterien müssen für mich für eine minimalistische Farbpalette im Kleiderschrank gelten:

 

- Die Farben müssen mir 100% zu Gesicht stehen

- Die Farben müssen sich gut auf der Haut und im Herzen anfühlen

- Die Farben müssen alle zueinander passen und kombinierbar sein

- Die Farben dürfen mir nicht verleiden

- Die Kombinationen sollen nur einen mittleren Hell/Dunkel-Kontrast bilden

 

Fazit: Nur Schwarz ist als Kleiderfarbe zwar einfach und minimalistisch, mir aber in der Wirkung etwas zu abgeschlossen. Schwarz mit bunter Farbe ist mir zu plakativ und zu grafisch, Schwarz mit verschiedenen getrübten Tönen zu wenig kombinierfreundlich, die Palette wird für meinen Geschmack zu gross. Meine aktuelle Lösung sieht wie folgt aus:

 

Schwarz – Grau – Marine

 

Drei Basisfarben, die sich alle miteinander kombinieren lassen, in ihrer geringen Anzahl wunderbar minimalistisch sind und nicht so Distanz schaffend wie ausschliessliches Schwarz. Sie bilden untereinander einen geringen bis mittleren Kontrast, stehen mir und fühlen sich auf allen Ebenen gut an. Ich möchte nun diese Schlichtheit Schritt für Schritt im neuen Jahr umsetzen und bin gespannt, ob ich Farbbedürfnisse fühlen, aber nicht ausleben kann, um bei diesem einfachen Konzept zu bleiben.

 

Welche Farben bevorzugst du? Und aus welchem Grund?

 

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einfach farbig: persönliche farbberatung - 7. Oktober 2016

Ein Farbenchaos im Schrank, nichts passt zusammen, viele Teile und nichts anzuziehen? Sehr oft liegt das daran, dass entweder die Schnitte oder aber die Farben nicht zusammen passen. Was hier hilft, ist eine persönliche Farbberatung. Diese definiert deine eigene Palette gemäss deinem individuellen und natürlichen Kolorit. Du erhältst eine Auswahl von Farben, die unter einander harmonieren, perfekt zu dir passen und dich zum Strahlen bringen. Sind alle Teile farblich aus einem Guss, lassen sich viel leichter Kombinationen zusammenstellen. Natürlich ist es sinnvoll, auch die Form und die Proportionen nicht aus den Augen zu verlieren. Verlässt du dich aber in einem ersten Schritt auf die Farbe, ist schon viel gewonnen und ein nicht unwesentlicher Schritt Richtung Lieblingsoutfits ist gemacht. Zieht sich die Reinheit bzw. Trübung sowie der Buntton (kalt- oder warmtonig) und die Helligkeit/Dunkelheit (Kontrast) durch deine Farbauswahl, gibt das ein verbindendes Element.

 

Es unterscheiden sich:

 

kühltonig – hell – getrübt

kühltonig – dunkel – rein

warmtonig – hell – rein

warmtonig – dunkel – getrübt

 

Diese Begriffe beziehen sich auf die Farbpalette wie auch auf deine natürliche Farbigkeit. Natürlich meint ohne Solariumbräune, mit ungefärbten Haaren und ohne farbige Kontaktlinsen. Ungeschminkt und im Zustand natur.

Willst du deinen Schrankinhalt vereinfachen und leichter Kombinationen zusammenstellen können, unterstützt dich eine persönliche Farbpalette dabei. Du erfährst eine Vereinfachung, die dir in der Kombinatorik mehr Freiheit durch mehr Möglichkeiten eröffnet. Schlicht und einfach.

 

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warum schwarze kleidung einfach ist - 4. oktober 2016

„Schwarz ist tief, geheimnisvoll und edel. Es zeugt von maximaler Eleganz genauso wie von der dunklen Seite des Lebens. Tod und Teufel sind ihm nah, durch das tiefe Verschlingen kann es auch Angst machen. Schwarz ist unsere Trauerfarbe, putzt aber auch alle Farben an seiner Seite gross heraus. Es ist schnörkellos und daher Liebling aller Kreativen. Es enthält alle Farben in sich (Materie) und wirkt drum mächtig und stark. Es hat optisch ein starkes Gewicht, wirkt aber vom Volumen her klein.“

 

Trotz beruflicher Beschäftigung mit dem Thema Farbe, trotz Farbhunger, trotz der Schönheit der bunten Farben komme ich immer wieder auf Schwarz als vorherrschende Farbe in meinem Kleiderschrank zurück. Schwarz ist zeitlos und klassisch, immer erhältlich und lässt sich mit allen (Akzent-)Farben bestens kombinieren. Es ist die einfache, minimalistische Lösung schlechthin. Will ich, dass jedes Teil in meinem Kleiderschrank zu jedem passt, ist hauptsächlich Schwarz die praktischste und offensichtlichste Lösung, da verschiedene Nuancen wie bei anderen Basisfarben wegfallen. Die dunkelste Farbe im Spektrum hat zudem die Eigenschaft, dich energetisch zu schützen und grenzt dich wie keine andere ab. Aber Achtung: Das kann auch zu viel werden, wie ich es am eigenen Leib erfahren habe. Willst du Kontakt, Offenheit, Verbindung und Lebendigkeit, bist du mit bunten Farben besser beraten. Ist es dir nach Stille, Schutz, Geborgenheit und Innenschau, unterstützt dich Schwarz dabei. Ich bin selten gänzlich in Rabenschwarz gekleidet und lockere die dunkelste aller Basisfarben gerne mit Grau, Ecru, Greige oder einem verhaltenen Buntton wie Petrolblau oder Aubergine auf. Ein Teil reicht in der Regel bereits aus, um einen zugänglicheren Effekt zu erreichen und die positiven Eigenschaften von Schwarz zu erhalten. Somit spricht für mich vieles für die einfache Basisfarbe Schwarz.

 

Was hältst du von schwarzer Kleidung?

 

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einfache garderobe II - september 2016

Im letzten Text kam ich auf das Ausmisten der Kleider zu sprechen. Nun nehme ich mich noch meinem Spezialthema an, der Farbe. Zur besseren Kombinierbarkeit lohnt es sich, sich auf wenige Farben zu beschränken und ein oder zwei Basisfarben plus Akzentfarben zu wählen. Ausser dein Stil ist Colourblocking und Farb-an-sich-Kontraste. Farbe kann bewusst als Stilmittel eingesetzt werden.

 

Grundsätzliches:

 

  • Helle Farben wirken leichter, aber voluminöser.
  • Dunkle Farben wirken kleiner, aber schwerer.
  • Bunte Farben ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und haben Signalwrkung.

 

      Es empfiehlt sich, die Basisfarbe deinem Typ gemäss warm- oder kühltonig zu wählen und dann dabei zu bleiben. Basisfarben sind eher dunkle oder gedeckte Farben, die für alle Teile eingesetzt werden können. Sie wirken zurückhaltend, formell und sachlich. Kühltonigen rate ich zu schwarz, marine und anthrazit, warmtonigen zu warmem Grau (Greige), Petrol oder Braun. Ganz eindeutig ist schwarz die einfachste Wahl, weil es immer schwarze Stücke im Laden zu kaufen gibt und schwarz tolerant ist, was die Kombinierbarkeit verschiedenster Nuancen anbelangt. Nur steht schwarz Menschen mit hellem Kolorit nicht unbedingt was für marine oder warmgrau spricht. Die Mehrheit deiner Kleidung ist idealerweise in der/den Basisfarbe/n. Dazu kannst du an Oberteilen und Accessoires deine Akzentfarben kombinieren, was aber nicht zwingend nötig ist. Ein Outfit nur in Basisfarben (gerne auch mehrere zusammen) wirkt minimalistischer. Akzente können Pink, Bordeaux, Himmelblau, Orange, Türkis oder Saftgrün sein. Hauptsache die Nuance hat einen eher hohen Bunttonanteil und wirkt als Blickfang. Die richtigen Bunttöne am Oberkörper lenken den Blick auf dein Gesicht und dein Augen, du wirst so fassbar für dein Gegenüber.    

 

Wie schaut es farblich in deinem einfachen Kleiderschrank aus?

 

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einfache garderobe I - september 2016

Warum sollte ich meine Garderobe vereinfachen wollen? Der Nutzen ist schnell klar: Die Zeit, um eine Wahl zu treffen wird automatisch verkürzt, wenn ich wenig, aber dafür nur Lieblingsteile habe. Ich brauche mir keine Gedanken mehr zu machen, ob und wie ich gut angezogen bin. Alle meine Kleider kommen zum Einsatz, es gibt keine „Schrankleichen“ mehr. Ich wertschätze, was ich habe, weil es mir täglich dient, meinem Körper schmeichelt und mein Gesicht strahlen lässt. Wie komme ich nun zu einem einfachen und minimalistischen Schrankinhalt? Folgendes Vorgehen hat sich für mich bewährt:

 

1. Leeren: Schrank vollständig ausräumen, Kleider auf Bett legen und Schrank reinigen

 

2. Wählen: Nur saubere, intakte und passende Kleider wohnen im Schrank

 

3. Beurteilen 1: Ich nehme jedes Teil in die Hand und beurteile, ob ich es mag, gern habe, ob es mein Herz zum Schmelzen bringt, sich gut anfühlt (Material, Passform!) oder mir Freude macht. All die Teile, die negative Gefühle wecken kommen weg.

 

4. Sortieren: Alle Teile die wegkommen sortiere ich: Gut erhaltene Stücke (satt in der Farbe, korrekt im Schnitt, aktuell) kommen in die Kiste für den Second Hand. Leicht abgetragene Kleidungsstücke können ins Brockenhaus gebracht werden. Beschädigte, ausgeleierte und verblichene Ware ist unrettbar verloren und darf entsorgt werden.

 

5. Fotografieren: Nun wende ich mich wieder den verbleibenden Stücken zu: Ich probiere jedes Teil an, stell ein Outfit zusammen und fotografiere es vor einem neutralen Hintergrund. Bei der Zusammenstellung der Teil darf gerne kreativ gewirkt werden, so kann Neues und Erfrischendes entdeckt werden.

 

6. Gefühl: Beim Probieren der Kleidung achte ich mich immer auf mein Gefühl. Ich kann die Augen schliessen und die Passform und das Material sowie die Energie fühlen. Mag ich, was ich spüre?

 

7. Beurteilen 2: Nun beurteile ich die Fotos hinsichtlich Proportionen und Schnitt. Vor dem Spiegel und bei Tageslicht beurteile ich zusätzlich die Farben und wie sie mit meinem natürlichen Kolorit harmoniert.

 

Ein ideales Teil befriedigt mich in allen Punkten:

 

  • Farbe (Welcher Farbtyp bin ich? Basisfarben und Akzentfarben?
  •  Grösse (passend heisst dem Körper folgend)
  • Material (Naturfaser? Kunstfaser? Chemische Reinigung?)
  • Stil (Welche Stilmischung trage ich?)
  • Muster (Angemessen in Grösse und Form)
  • Kombinierbarkeit (mind. mit 3 weiteren Teilen, besser mit mehr)
  • Anlass (Wann, wie oft und regelmässig lässt es sich tragen?)
  • Qualität (Bio, Fairtraide, langlebig -> nachhaltig)
  •  Energie (Strahlt es das aus, was mir guttut?)
  • Preis (Liegt es in meinem Budget? Stimmt das Preis/Leistungsverhältnis?)

 

8. Lieblingsoutfit: Nach dieser Auslegeordnung kristallisiert sich ein Lieblingsoutfit heraus, eine perfekte Kombination, in der du dich selbstverständlich wohl fühlst, gut aussiehst und die dein Licht zum Leuchten bringt. Komme dem Prinzip auf die Schliche und multipliziere dieses Outfit. So hast du dein Erkennungszeichen, deine „Uniform“.

 

9. Ordnen: Räume deinen sauberen Schrank neu ein und ordne deine Kleidung bevorzugt in einer aufwärtsstrebenden Linie (positives Gefühl) und nach Themen oder Farbe geordnet.

 

10: Freuen: Geniesse deinen neuen Schrankinhalt und erfreue dich am Vergnügen, nur noch gut sitzende Lieblingsteile in deinem Schrank zu haben, die dir täglich Freude bereiten und das Thema „Was zieh ich an?“ der Vergangenheit angehören lassen.

 

Noch ein Wort zur persönlichen Farb- und Stilberatung: Es kann sehr hilfreich sein, seinen Typ zu kennen und zumindest zu wissen, ob du warm- oder kühltonig bist. Wer keine Lust hat, sich ins Raster der 4 Jahreszeiten pressen zu lassen hat die Möglichkeit der individuellen Farbanalyse. So erhältst du deine Palette, die es kein zweites Mal gibt und ideal auf dich und dein Kolorit abgestimmt ist.

 

Um solch ein Durchkämmen der Kleidungsstücke umzusetzen braucht es etwas Zeit. Am besten rechnest zu einen ganzen Tag ein. Mein Schrankinhalt beläuft sich total auf gut 100 Teile - wie hältst du es mit deinem Kleiderschrank, hast du nur noch Lieblingsteile? Welches ist deine bevorzugte Basisfarbe?

 

Dieser Text ist angeregt vom Buch „Die Kleiderdiät“ von Linda Deslauriers und ergänzt mit eigenen Erfahrungen.

 

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