deko - 23. märz 2018

Die Deko und das minimalistische Wohnen

 

Schaue ich eine nicht minimalistische Wohnung an, fällt mir oft aus, dass zahlreiche Deko-Gegenstände zur Verzierung des Raumes überall verstreut werden. Das wohl, um das Ambiente „gemütlich“ zu gestalten. Manch einer braucht all diese Dinge um sich rum, um sich wohl zu fühlen.

 

Auch minimalistische Wohnungen vertragen etwas an Deko. Ein gänzlich undekorierter Raum kann nackt, kalt und unzugänglich, wie nicht fertig möbliert wirken. Ausser es ist eine wunderbar ausgewogenen Architektur mit hochwertigen und natürlichen Materialien mit idealen Proportionen, schönem Lichteinfall und ansprechenden Oberflächen. Die mag sich auch so genug sein. Doch in den meisten Fällen wohnen wir in ganz gewöhnlichen (Miet-) Wohnungen oder Häusern.

 

Was zuerst kommt: Reduktion, Ordnung, Sauberkeit

 

Was braucht es nun, dass ein minimalistischer Raum optisch ansprechend wirkt? Pur und entspannt, ungekünstelt und schlicht, einfach und luftig. Bevor die Dekoration kommt, müssen noch drei andere Punkte erfüllt sein, dass ein Raum minimalistisch wirkt:

 

Reduktion

 

Ordnung

 

Sauberkeit

 

Reduktion: Das Ausmisten erfolgt zuerst und ist Voraussetzung, um einen Raum minimalistisch zu gestalten. Es braucht Luft, Licht und leere Flächen, um einen puristischen Eindruck zu erzeugen.

 

Ordnung: Die ist schnell geschaffen, wenn es nicht mehr so viel Gegenstände gibt und diese einen definierten Platz besitzen, an den sie immer wieder zurückkehren können.

 

Sauberkeit: Ist das Mobiliar reduziert und aufgeräumt, ist auch schnell geputzt und die Ausstrahlung des Raumes wird sofort noch reiner und frischer.
 

Jetzt ist der Moment der Deko gekommen!

 

Lege dir eine Sammlung an Lieblingsstücken zu, die du in einer Box aufbewahrst. Aus diesem Fundus kannst du schöpfen! Das können selbstgemachte oder gekaufte Bilder sein (Originale sind nicht zu übertreffen!), Blumen, Hölzer, Wurzeln, Steine, Samen oder anderes aus der Natur. Aber auch klassische Deko-Elemente wie Vasen, Skulpturen, Kerzen oder Tücher. Wenn deine Deko nicht ständig im Einsatz ist, sieht sich das Auge nicht satt und du hast länger Freude daran. Es braucht – ganz im Sinne des Minimalismus – nicht viel an der Zahl, je nach Wohnungsgrösse reichen einige Objekte.

 

Und jetzt, wo ist das neue Plätzchen des Deko-Elementes? Fühl gut in den Raum, betrachte ihn genau und versuche, auch leere Flächen auszuhalten. Wo darf es einen kleinen Akzent sein? Wo darf etwas ins Gleichgewicht gebracht werden? Welchen Bereich will ich betonen? Bedenke, Deko ist immer ein Eyecatcher, welcher den Blick führt. Platziere nun mit Bedacht und Achtsamkeit die geliebten und passenden Objekte. Lasse dich von deinem Gefühl leiten. Probiere aus und verwerfe so lange, bis sich das Gesamtbild stimmig und ruhig anfühlt. Vielleicht macht es „klick“, und etwas rastet ein und zeigt dir so das richtige Arrangement.

 

Ich lebe minimalistisch auf 26m2 und habe folgende Deko:

 

1 weisse, dicke Stumpenkerze

 

Ein Portraitfoto meines Freundes

 

Drei kleine Originale von mir, je 10 x 10 cm

 

1 Goldbild im Format A4, ebenfalls von mir

 

Fotokunst meines Freundes, 20 x 20 cm

 

Ein mit Flechten bewachsenes Ästchen

 

Sporadisch: Eine einzelne Blüte in einer Flasche

 

Welche Deko bevorzugst du und warum?

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weisse räume - 16. märz 2018

Ist Weiss eine neutrale Wandfarbe?

 

Wie kommt’s? Die meisten von uns leben in weissen Räumen. Wir sind uns das so gewohnt, finden das normal und denken, Weiss wäre neutral.

 

Die Gründe dafür sind vielfältig, einer davon ist, dass viele von uns in Mietwohnungen leben und diese zwecks oben genannter Neutralität in Weiss gehalten sind. Doch stimmt das, ist Weiss wirklich neutral?

 

Weiss und die Farbergonomie

 

Farbergonomisch gesehen sind weisse Räume zu hell für uns. Es ermüdet unsere Augen, wenn wir vom dunkleren Aussenraum (Durchschnittlich 60% Dunkelheit) in den hellen Innenraum sehen. So gesehen sind leicht abgetönte Wandfarben mit einer Dunkelheit von 20 – 40% geeigneter, um unsere Augen zu entlasten und ein Gefühl von Umhüllen entstehen zu lassen

 

Weiss weist besondere Eigenschaften auf

 

„Weiss ist die Farbe, die alles Licht zurückwirft und somit nichts aufnimmt. Es wirkt leicht, licht und beinahe gewichtslos. Die Anmutung der hellsten Farbe ist rein und einfach. Je nach Kontext, Oberfläche und Material kann diese Nuance ärmlich und schlicht, klösterlich einfach oder aber elegant, edel und erhaben wirken. Weiss bietet immer Platz für das, was sich entfalten will wie es im Bild der weissen Leinwand sichtbar wird. Reflektiert eine Farbe auf Weiss, färbt sich das Weiss entsprechend ein. Weiss ist die Farbe, die am wenigsten eine Grenze setzt; sei es in der Kleidung oder aber als Wandfarbe. Bei minimalistischer Kleidung oder Architektur setzt sie das Licht und den Blickfang.“

 

Weiss und der Raum, die Kunst und die Farbstimmung

 

Weiss bildet also wenig Raum, d.h., die Wände machen keine deutliche Grenze. Diese gewichtslose Erscheinung weitet den Raum und löst optisch die Wand als Begrenzung auf. Das kann haltlos wirken, aber auch Weite geben. Je nachdem, wie unsere Bedürfnisse sind.

 

Weiss bietet optischen Platz und kann alles aufnehmen. Es kann ein geeigneter Hintergrund für Kunst sein, muss aber nicht. Oft bildet Weiss einen zu hohen Hell/Dunkel-Kontrast zu den künstlerischen Objekten. So ist der Kontrast augenfälliger als die Kunst an sich. Ob nun eine weisse Wandfarbe geeignet ist und wenn ja, welches Weiss, ist bei jedem Kunstwerk neu zu prüfen.

 

Weiss verhält sich wie ein Chamäleon, es reflektiert Farben. Somit können weisse Räume unterschiedliche Schimmer aufweisen, je nachdem welche anderen Farben sich noch im Raum befinden. Einer mag das, der andere findet das zu wenig neutral.

 

Weiss und seine vielfältigen Schattierungen

 

Weissnuancen gibt es so viele, wie es Farben gibt. Weiss kann mit jeder erdenklichen Farbe gebrochen werden und es entsteht ein anderer Weisston. Üblicherweise wird Weiss mit Ocker, Umbra und/oder Schwarz gebrochen. Daraus entstehen warme (Ocker), neutrale (Umbra) und kühlgraue (Schwarz) Weissschattierungen.

 

Weiss und minimalistisches Wohnen

 

Sind nun weisse Wände für ein minimalistisches Wohnen geeignet? Weiss ist pur und schlicht, und wenn du mit obengenannten Eigenschaften leben gut kannst, ist Weiss für einen Minimalisten durchaus geeignet. Andere gute Möglichkeiten sind Silbergrau, Steinbeige und Greige. Am besten wählst du eine Nuance, die wenig Bunttonanteil aufweist und möglichweise etwas mehr als nur 3 – 5 % Dunkelheit hat. Bei mir Zuhause habe ich Altweiss gestrichen, das sieht wie der Schattenton des Weissen aus: Neutral, etwas abschattiert und bildet deshalb Raum und ist trotzdem noch hell und licht. Finde deinen eigenen Weisston!

 

Eine vielfältige Palette von Weisstönen findest du hier.

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wabi sabi - 9. märz 2018

Wer kennt das Konzept des Wabi Sabi? Es passt wunderbar zum Minimalismus, ist es doch die japanische Variante vom Purismus. Es lebt von hochwertigen Naturmaterialien, zurückhaltenden Naturtönen und Holz.

 

Wabi-Sabi kommt aus Japan

 

„Ursprünglich bedeutete „wabi“ traurig, verlassen oder allein, „sabi“ war das Wort für alt sein, vergehen, Patina ansetzen.“ Es bezeichnet das Anerkennen der Schönheit von Dingen, die alt und oft gebraucht wurden. Wabi Sabi erzählt von der Bescheidenheit, sich eben mit diesen Dingen zu begnügen und ist eng verbunden mi dem Zen-Buddhismus.

 

Wohnen mit Wabi Sabi

 

Die Raumstimmung darf bei aller Schlichtheit und Reduktion belebt sein. Das geschieht durch edle Naturmaterialien, die ihre unterschiedlichen Texturen zeigen. Grob gewebte Jute und Sacktuch, leicht geknittertes Leinen, glatte Baumwolle, grober Strick und fein gewebte Wolle geben ein abwechslungsreiches Bild, das die Augen befriedigt. Dazu kombiniert verschiedene Hölzer von hell bis dunkel und Wandfarben in kühlen Naturtönen wie Greige, Stein, Sandbeige und Grau. Das Beste an diesen Materialien und Farben ist, dass sie kreuz und quer kombiniert werden können und immer zusammen passen.

 

Der angestrebte Raumeindruck ist sanft und still. Die Möbel sind wenig an der Zahl, geliebt und mit Gebrauchsspuren versehen. So hat es genug Platz für freie Flächen. Hochwertige Gegenstände aus natürlichen Materialien, welche die Zeichen der Zeit und eine gewisse Patina mit Stolz tragen dürfen, geben eine flüsternde Stimmung, die reizgeplagten Menschen besonders gut tut.

 

Eckpfeiler des Wabi Sabi

 

Bescheidenheit ist den Wabi Sabi Dingen eigen. Nicht immer neuer Konsum, sondern mit Genuss das Leben und Vergehen zelebrieren gehört zu diesem Lebensstil. Damit die Möbel lange halten, ist eine gewisse Qualität gefordert. Auch die Hinwendung zur Natur ist ein wichtiger Aspekt. Weiter wird die Konzentration auf das Wesentliche als wichtig erachtet, und zuletzt das Aushalten und schätzen von optischer Leere.

 

Weitere typische Konzepte, die zu Wabi Sabi gehören:

 

Asymmetrie: Spannung und Ausgewogenheit in der Gestaltung, der Verzicht auf unnatürliche Symmetrie.

 

Schlichtheit: Reduktion; so wenig wie möglich, soviel wie nötig. Alles Unnötige ist Ablenkung vom Wesentlichen.

 

Entsagung: Verzicht auf immer Neues, die Liebe zum Alter und dem Alten.

 

Natürlichkeit: Echtheit in Materialität und Ausdruck, Ehrlichkeit

 

Tiefgründigkeit: Keine Oberflächlichkeit, das gestalterische Konzept enthüllt sich nur subtil.

 

Nicht Unterwerfung: Den freien Geist im künstlerischen/gestalterischen Ausdruck bewahren.

 

Innere Ruhe: Der Zustand des Künstlers/Gestalters ist von innerer Ruhe und einem meditativen Zustand geprägt.

 

Aus diesen Konzepten setzt sich Wabi Sabi zusammen und verwöhnt unsere Sinne mit dem puristischen Charme der lebendigen Natürlichkeit. So wirkt die Zen-artige Ruhe entspannend auf unseren Geist.

 

Wie gefällt dir Wabi Sabi?

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wohnbedürfnisse - 2. märz 2018

Von Wohnbedürfnissen und der dritten Haut des Menschen

Warum es wichtig ist, seine Wohnbedürfnisse zu kennen und warum schöner Wohnen einfach mehr Freude nicht nur in das Leben von Minimalisten bringt.

 

Denn: Wohne ich wohlig, ist das minimalistisch, weil passend und stimmig. Es macht mich glücklich. Deswegen lohnt es sich auch als Minimalist, sich mit dem stimmigen Wohngefühl zu beschäftigen. Alles was mich nicht glücklich macht, kann weg.

 

Die gestaltete und ungestaltete Natur wirkt sich in jedem Fall auf unser Wohlbefinden aus, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. Mit diesem Umstand befasst sich die Architekturpsychologie seit 1960 und die Wohnpsychologie seit 1970. Räume haben also Macht über uns.

 

So wirkt auch jede Wohnung, welche als die dritte Haut des Menschen bezeichnet wird (Kleidung gilt als die zweite Haut), auf uns wie auch wir Einfluss auf den Raum nehmen. Jeder kennt das Gefühl, dass er sich in einem Raum spontan wohl, oder aber unbehaglich fühlt. Das kann verschiedene Ursachen haben und wird oft gar nicht bewusst wahrgenommen. Es stellt sich ein Gefühl, eine diffuse Empfindung ein, die sich oft nicht in Worte fassen lässt.

 

Verschiedenen Gründe für ein mögliches Unbehagen

Die Gestaltung: Die Wahl der Farben und Materialien und die Lichtsituation sowie die Möblierung trägt einen ganz erheblichen Teil dazu bei, ob uns ein Raum entspricht oder ob wir uns unwohl fühlen. Ein angenehm gestalteter Raum lebt von der Ausgewogenheit und vermeidet Extreme, weist aber einen Spannungsbogen, ein Thema und Verwandtschaften auf, sei es farblicher oder formaler Art. Zum Beispiel befassen sich Innenarchitekten oder Farbgestalter mit der Aufgabe, einen für den Bewohner angenehmen Raum zu gestalten.

 

Überstimulation: Der Raum ist zu bunt, zu voll, zu unordentlich und bietet dem Auge ein Zuviel an Reizen. Das kann unruhig und nervös machen.

 

Reizarmut: Selten bietet der Raum dem Betrachter zu wenig Reiz, und das Auge wird zu wenig stimuliert. Der Raum wird als leer und langweilig empfunden.

 

Alle diese drei Punkte können bei Unausgewogenheit Stress verursachen.

 

Wenn die Wohnung schlecht sitzt

 Es gibt verschiedenen Anzeichen, dass wir uns in unserer Wohnung nicht wohlfühlen: Wir nutzen einen Raum oder Bereich kaum. Wir sind diffus unzufrieden mit unserer Wohnung, kommen nicht gerne nach Hause. Wir stellen immer wieder die Möbel um und kommen zu keinem befriedigenden Ergebnis. Wir diskutieren mit Familie oder Wohnpartner über Funktion und Nutzen der Räume und finden keine Lösung. Wir sind durch Zeitschriften, Werbung, Nachbar und Freunde verwirrt und wissen nicht mehr, was wir eigentlich wollen und brauchen. Da uns diese Umstände zermürben können und uns Energie abzwacken, ist es sinnvoll und wichtig, sich seiner Wohnbedürfnisse klar zu werden, sie umzusetzen und unserer Räume anzueignen.

 

Aneignen ist mehr als Einrichten

Diese Aneignung ist ein stetiger Prozess. Da wir uns im Leben weiterentwickeln und uns immerzu verändern, passt die Wohnsituation auf einmal nicht mehr. Es geht darum, sich klar zu werden, was man braucht, was einem gefällt und mit was man sich wohl fühlt. Das ist unter Umständen nicht dasselbe. Es gilt, hier das Wichtigste für sich herauszupicken und die Räume zu seinen eigenen zu machen.

 

Wie finde ich nun heraus, was ich brauche?

 

Veränderung und neues Wohlfühlen

Will ich dann meinen Wohnraum optimieren, halte ich erst den Ist-Zustand fest. Dazu eignet sich ein Spaziergang durch die eigenen Räume. Die Umgebung wird wie zum ersten Mal und mit viel Achtsamkeit wahrgenommen. Danach beurteile ich, was gut ist und bleiben darf, und was verändert werden soll. Ich halte also die Wohnprobleme und meine Wohnwünsche fest.

 

Funktion und Nutzen

Denke darüber nach, wie die Funktion und den Nutzen von deinen Wohnräumen ist. Am besten machst du dir ein paar Notizen, was du wo und wie tun willst und von wem der Raum genutzt wird. Das hilft, sich klar zu werden, wie die Räume eingerichtet werden können.

 

Wohngeschichte, Wohnideal und Wohnvorlieben

Es lohnt sich zudem ein Blick zurück in die Vergangenheit zu werfen. Wo habe ich mich als Kind wohlgefühlt? Welches Element aus dem Elternhaus oder aus Grossmutters Wohnung mag ich heute immer noch und gibt mir ein gutes Gefühl? In welcher Wohnung meiner eigenen Wohngeschichte habe ich mich am wohlsten gefühlt?

 

Was ist mein Wohnideal? Wovon ist es geprägt? Welches sind meine Wohnvorlieben? Bevorzuge ich eine Altbauwohnung oder ein Loft? Welchen Wohnstil mag ich? Modern + kühl, pur + natürlich, romantisch + verspielt, farbig + unkonventionell, gemütlich + entspannt oder üppig + intensiv? In der Regel ist der persönliche Wohnstil eine Mischung aus zwei bis drei Stilen.

 

Die sechs Wohnbedürfnisse

Es dient dem schöner Wohnen, sich über folgende Bedürfnisse klar zu werden und zu definieren, welches das wichtigste ist und dieses danach auch umzusetzen. Was muss die Wohnung für mich sein?

 

Sicherheit: Die sicherer Höhle, der Adlerhorst, der Hafen im Sturm

 

Erholung: Rückzug, Oase der Ruhe, Privatheit

 

Gemeinschaft: Kommunikationszentrale, Zusammensein, Geselligkeit

 

Selbstdarstellung: Die Visitenkarte, repräsentative Räumlichkeiten

 

Gestalten der Umwelt: Umdekorieren, kreatives Wirken und künstlerisches Schaffen

 

ästhetische Bedürfnisse: Hort des Schönen, eigene Ästhetik leben

 

Acht allgemeine Einrichtungstipps

 

1. Weniger ist mehr. Selten weist ein Raum zu wenig Reize auf, ein zu viel an Reize gibt es aber sehr oft.

2. Licht weitet den Raum und schafft Stimmung. Sei grosszügig damit!

3. Wähle die Funktion des Raumes gemäss deinem Bedürfnis, nicht so wie es vom Architekten geplant wurde.

4. Beherbergt ein Raum verschiedene Nutzen, schaffe Zonen.

5. Nicht das ganze Wohnzimmer auf die TV-Buchse ausrichten. J

6. Habe Mut und probiere Varianten der Möblierung aus, bis es stimmt für dich.

7. Schöne Dinge machen glücklich: Umgebe dich mit Dingen, die die wirklich gefallen.

8. Erfülle dir deine Wohnbedürfnisse.

 

Willst du nun mehr erfahren und im Sinne eines Arbeitsbuches zum Thema forschen, empfehle ich dir folgende Bücher:

 

Ein Zuhause für die Seele“ von Barbara Perfahl

 

"Die Psychologie des Wohnens“ von Uwe Linke

 

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noch mehr reduzieren - 23. februar 2018

Ausmisten und der persönliche Wohlfühlmoment

 

Geht das? Kann ich meinen Hausrat noch mehr reduzieren, und mich gleichzeitig noch wohlfühlen? Im Herbst 2015 habe ich radikal ausgemistet und viele Sachen nach einer schlaflosen Nacht spontan an den Strassenrand gestellt. Ich verabschiedete mich von Regalen und deren Inhalt, CD Player, alle CD’s, dem Wasserkocher, dem grössten Teil meiner Bücher und etwa 2/3 meiner Kleider und vielem mehr, an das ich mich nicht erinnere und das mir nie gefehlt hat. Es sah vor meinem Haus aus, als ob jemand umziehen würde. Innert einigen Stunden war mein Hausrat verschwunden und dient jetzt anderen Menschen. Ich fühlte mich danach befreit und glücklich.

 

Inventar im Dezember 2015

 

Im Dezember desselben Jahres machte ich als Jahresabschlussritual ein Inventar, weil ich genau wissen wollte, wie viel ich noch besass. Ich zählte jedes Ding in meinem Haushalt durch. Jeden einzelnen Gegenstand nahm ich in die Hand, spürte nach und notierte ihn auf einem Blatt Papier. Das Ganze dauerte rund sechs Stunden, und danach war ich klüger: 1‘276 Gegenstände besass ich also. Mein Bilderlager mitgezählt, Verbrauchsmaterial in Küche und Bad ebenso. Geschätzt hatte ich im Vorfeld meinen Hausrat auf ungefähr 1‘000 Dinge. Im Gegensatz dazu bietet der Durchschnitt der Schweizer Bevölkerung rund 10‘000 Gegenständen ein Zuhause.

 

Der Umzug in eine kleinere Wohnung

 

Als ich im April 2017 in eine kleinere Wohnung umzog, liess ich noch mal einige Möbelstücke und deren Inhalt gehen. Ich verkaufte einiges auf Ricardo, anderes verschenkte ich. Und ich war ein häufiger Kunde beim Brockenhaus im Quartier. Vieles stellte ich auch an den Strassenrand, wie auch meine ganzen Balkonpflanzen, die bald ein neues Zuhause gefunden hatten. Nun bin ich beinahe ein Jahr in dieser 26m2 grossen 1-Zimmer-Wohnung, und ich habe noch nie bereut, meinen Wohnraum verkleinert zu haben. Im Gegenteil; ich schätze die überschaubare Situation, den geringen Zeitaufwand beim Putzen und das gemütliche Ambiente. In diesem knappen Jahr seit dem Umzug hielt ich mich an die Regel „eins rein – eins raus“, und so blieb mein Besitz in der ganzen Zeit etwa gleich gross.

 

Eine nächste Stufe der Reduktion

 

Angeregt durch das Buch „ Das kann doch weg!“ von Fumio Sasaki – das es übrigens in meine Büchersammlung von zehn Stück geschafft hat – habe ich noch mal gründlich meinen Hausrat beurteilt. Was mag ich wirklich so gerne, dass ich es bei mir haben will? Was gefällt mir, was finde ich schön und praktisch? Was will ich tun und welche Materialien benötige ich dafür? Wie soll mein Leben aussehen? Was ist mir wichtig?

 

Ich will formschöne und nützliche Gegenstände um mich haben. Ich will Malen können. Freiraum benötige ich ebenso wie optische Stille und eine ruhige Stimmung. Ich will weniger Zeit mit Konsum verbringen, weniger in die Höhle schleppen und weniger ausmisten müssen. Dafür Zeit haben für liebe Menschen und Spaziergänge in der Natur. Und für meine Herzensprojekte wie Kunst und Schreiben.

 

Was durfte also gehen? Mein Bettgestell: Ich schlafe auf einer Matratze am Boden, die ich gelegentlich wende. Zwei Klappstühle: Gefallen haben mir die nie so richtig, und auf den zwei Taburetts sitzt es sich sowieso rückenschonender. Zahlreiche weitere kleine Dinge verschenkte ich: Salatschleuder, Stativ, Kleider, Bettwäsche, Frottees, Locher und vieles mehr.

 

Schlicht schön

 

Heute habe ich meine Wohnung gründlich durch geputzt. Dann habe ich meinen Besitz noch einmal durchgezählt (allerdings ohne Verbrauchsmaterialien): 537 Gegenstände besitze ich aktuell. Inkl. Estrich mit Bilderlager (120). Im Badezimmer wohnen 18 Dinge, in der Küche 95. Das Schlaf- und Wohnzimmer schlägt mit 304 Sachen zu Buche, wovon 71 Teile zu meinem Kleiderschrank gehören.

 

Jetzt geniesse ich den freien Raum, die luftige Möblierung und die ruhige Stimmung. Es gefällt mir sehr, dieses minimalistische Wohngefühl.

 

 

 

https://www.exlibris.ch/de/buecher-buch/deutschsprachige-buecher/fumio-sasaki/das-kann-doch-weg/id/9783778792858

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brauche ich ein sofa? - 15. märz 2017

Vor einigen Tagen wurde mein Sofa abgeholt. Nach einer gut jährigen Testphase bin ich zum Schluss gekommen, dass ich ein Sofa nicht wirklich brauche. Steht es da, setzte ich mich darauf, aber einem Bedürfnis entspricht das nicht gerade. Ich hatte jahrelang kein Sofa und nichts vermisst, bis ich vor einem Jahr mein halbleeres Zimmer etwas füllen wollte. Nachdem ich schon länger nicht mehr in meiner 2-Zimmer-Wohnung arbeite, wandelte ich daher mein Arbeitszimmer in ein Wohnzimmer um, das ich dann selten benutzte. Ein Schlafzimmer und eine Küche reichen mir voll und ganz, um zu sein. Ich liebe einen schlichten, optisch ruhigen und stimmigen Raum. Einen einzigen, das genügt. Bett, Tisch, Korbsessel, Meditierplätzchen, fertig. Und einen Einbauschrank im Korridor für Kleider und Haushaltssachen. So lese ich jetzt auf dem Bett oder im Korbsessel. Freude empfange ich in der Küche oder im Zimmer am Tisch. TV habe ich immer noch keinen mehr. Tut gut!

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neutraltöne - 23. dezember 2016

Von den vielen farblichen Interventionen, die ich für Kundschaft umsetzen durfte, blieb nicht ein Farbwunsch unbefriedigt. Manchmal überfällt mich eine kurze Farblust wie ein Fieber, nur um alsbald wieder vorbei zu sein. Nach all den Farbexperimenten haben sich die Neutraltöne heraus kristallisiert. Ich meine damit die Graureihe inklusive Schwarz und Weiss und alle Töne, die nur wenig Bunttonanteil enthalten wie Schlamm, Sand, Eierschale usw. Für mich persönlich habe ich die Eier legende Wollmilchsau für den Innenraum gefunden, die optimale Lösung nennt sich Greige und ist eine Umbranuance zwischen Grau und Beige. In einer hellen Ausprägung ist diese Farbe ein Schattenton des Weissen, mehr abgetönt entsteht ein trockener, kühler Sandton oder ein Warmgrau. Noch dunkler entstehen die bräunlichen Schlammnuancen, die edle Hintergründe für verschiedenste Möbel ergeben. Greige ist eine ideale Basis für beinahe alle Wohnstile, es wird einer Abschattierung des Raumes in einem farbergonomischen Sinne gerecht und lässt sich mit allen Farben kombinieren. Es gibt kein unschönes Farbenpaar mit Greige, solang der Hell/Dunkel-Kontrast genug gross ist. Ich lebe seit zehn Jahren mit mehr oder weniger hellen greigen Wänden und bin nach wie vor überzeugt von diesem Konzept. Wer Farblust ausleben will, kombiniert Bunttöne dazu, wer es zenmässig mag, schafft grosse Hell/Dunkel-Kontraste, Retrofreunde kombinieren diesen Ton mit einer gemusterten Tapete. Greige geht zum romantischen Stil im Shabby Chic Look, in tiefer Ausprägung verschafft es dem dramatischen Wohnen genug Dunkelheit. Der skandinavische Wohnstil kann mit dem Schattenton von Weiss umgesetzt werden und das gemütlich entspannte Wohnen findet sich im Sandgreige mit Holzmöbeln wieder. Dadurch, dass dieser Farbton einen geringen Bunttonanteil aufweist, verleidet er nicht so schnell wie gesättigte Töne, die einem bald einmal über sind. Greige lässt Raum für Akzente und wirkt im Hintergrund wie ein sanfter Begleiter. Einfach und pur, oder nicht?

 

Wer sich nun fragt, wie dieser Ton aussieht, hier eine Palette von hellen bis dunklen Umbratönen:

 

http://www.ktcolor.ch/de/farbtoene-und-farbkonzepte/farbtoene.aspx?pid=21

 

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arbeite, wo du wohnst - 14. oktober 2016

Der Titel verrät es schon, du vereinfachst dein Leben beträchtlich, wenn du deinen Arbeitsort an deinen Wohnort verlegst. Das Pendeln in überfüllten Zügen und die Staus auf der Autobahn fallen weg, du wendest nur einen kurzen Moment auf, um an deinen Arbeitsort zu kommen. Zudem sparst du Geld. Am günstigsten ist es, wenn du von Zuhause aus deinem Schaffen nachgehen kannst, sehr oft reicht dazu ein Zimmer aus, das du dir entsprechend einrichten kannst. Um den Wechsel vom Berufsleben zur Freizeit problemlos gestalten zu können, kann es hilfreich sein, ein Ritual zu pflegen, wie zum Sport zu gehen, eine Dusche zu nehmen oder einen Spaziergang der Aare entlang zu machen. Du gewinnst mit dem Vereinfachen dieses Ablaufes Lebenszeit, und gerade kreativ Arbeitende schätzen es, wenn sie jederzeit vor Ort ihrem Gedankenblitz nachgehen können. Es gibt eine Kehrseite, das Gefühl zu wenig Abstand zu deinem Arbeitsleben zu haben, doch machst du, was du liebst, dürfte das weniger gewichten. Vielleicht vermisst du auch die sozialen Kontakte, die sich an einer Arbeitsstelle ergeben. Doch je nach Lust und Laune verbringst du deine Mittagspause mit jemandem oder hast Kundenkontakt. Ob dir das Schaffen von Zuhause aus zusagt, ist individuell, aber einen Versuch wert.

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einfacher sichtschutz - 26. september 2016

In einer Stadtwohnung ist die Wahrscheinlichkeit, ein Gebäude vis-à-vis zu haben gross. Da kann der Wunsch nach einem Sichtschutz entstehen. Dafür spricht, dass der Raum sofort wärmer und gemütlicher wirkt, und die kühle Anmutung der nackten Fensterscheiben am Abend weg fällt. Ganz ohne Sichtschutz ist der Raumeindruck sicher reduzierter und kühl-schlichter. Je nach Aus- und Einblick und persönlichen Vorlieben wählt man seine Variante.

Ich habe nach einer puren und einfachen Lösung gesucht, um etwas mehr Abgeschlossenheit zu haben. Inspiriert von den japanischen Shoj-Wänden, die mit Reispapier bespannt sind, fiel meine Wahl auf ein dünnes, weisses Seidenpapier, das ganz einfach mit durchsichtigem Klebeband auf dem unteren Bereich des Holzrahmens befestigt wird. So wird das Licht sanft gestreut und die Helligkeit leuchtet weich den Raum aus. Es ist blickdicht, und lässt nur unwesentlich weniger Licht durchscheinen als die klare Glasscheibe. Beim Reinigen der Fenster lässt es sich leicht erneuern und ist kostengünstig. Wer es lebendiger mag, kann farbige Papiere einsetzen, die den Raum in ein entsprechendes Licht tauchen. Diese Lösung ist einfach, pur und günstig. Echt minimalistisch eben.

 

Verhüllst du dein Fenster oder geniesst du deine Aussicht?

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wohnstil pur + natürlich - september 2016

Bereits in einem früheren Beitrag erwähnte ich den minimalistischen Wohnstil pur und natürlich. Doch wie lässt sich dieser umsetzen und eine entsprechende Stimmung in den Raum zaubern? Folgende Punkte finden idealerweise Berücksichtigung:

 

Diese Einrichtungsform wirkt eher durch ausdrucksstarke und natürliche Materialien und deutliche hell/dunkel-Kontraste als durch Bunttöne. Dieser Stil ist einfach und hat eine eindeutig klare und ungekünstelte Ausstrahlung. Ordnung und optische Ruhe sind bei dieser Wohnart sehr wichtig. Die Farben entsprechen Naturtönen, die Verteilung ist spannungsreich. Wichtig: Weniger ist mehr - aber das in bester Qualität.

 

Stimmung: einfach, rein, fassbar, edel, unverfälscht, natürlich, still, schlicht, ungekünstelt, hochwertig, schmucklos, bescheiden

 

Materialien: Leinen natur und entsprechend eingefärbtes, Hanf, strukturierte und glatte Baumwolle, Bambus, Wolle (-filz), neues und gealtertes helles oder dunkles Holz, Weide, nichtfarbige Keramik, Porzellan, Papier, mineralische Fliessbodenbeläge, matter und polierter Naturstein, Kieselstein, Bruchstein, rostiges und geschwärztes Metall, Bronce, matter Chromstahl, Gipsglattstrich, Kalk, Lehm, Tadelakt, Mineralfarbe, Ölfarbe

 

Muster: Unis, Ton-in-Ton Strukturen, feine Streifen

 

Verwendest du diese Sammlung als Leitfaden bei der Einrichtung, erhältst du einen minimalistischen Wohnraum. Kommen noch Reduktion, Ordnung und Sauberkeit zum Tragen, ist der schlichte, ästhetische Raum gelungen.

 

Welche Erfahrungen hast du mit minimalistisch Wohnen?

 

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minimalistisch wohnen - september 2016

Wie wohnt es sich reduziert und schlicht? Warum ist das überhaupt erstrebenswert? Ein schlichtes Wohnambiente wirkt beruhigend auf dich, du kannst dich von den unzähligen Reizen im Alltag erholen und zur Ruhe kommen. Eine reduzierte Umgebung hat zur Folge, dass du deine Aufmerksamkeit besser nach innen richten kannst und so deine eigenen, feinen Impulse deutlicher wahrnehmen kannst. So bist du näher bei dir und auf deinem Weg.

Dieser Frage bin ich in meinem beruflichen Alltag immer wieder aufs Neue nachgegangen. Folgendes konnte ich ausmachen, um eine reduzierte und trotzdem wohnliche Stimmung zu gestalten:

 

1. Reduktion

2. Sauberkeit

3. Ordnung

4. unterstützendes Farbkonzept (optional)

 

Reduktion: Werden die Gegenstände und Möbel auf das reduziert, was du wirklich regelmässig brauchst und tatsächlich liebst, verschlankt sich der Raum von selbst. Es steht kein unnötiger Kram mehr rum, da genug Stauraum vorhanden ist, um das meiste zu versorgen. So ist es auch leichter, sauber zu machen und einfach, Ordnung zu halten. Am besten wählst du einen festen Platz für jeden Gegenstand aus und versorgst ihn immer wieder am selben Ort. Die Augen können zur Ruhe kommen und ungehindert schweifen und sich in optischen Pausen ausruhen. Zur Farbwahl: Nebst Weiss, das einen puristischen und klösterlich-einfachen Effekt hat, kannst du für deine Wände und Möbel auch Nuancen mit einem hohen Grauanteil wie Greige wählen. Starke hell/dunkel-Kontraste geben Klarheit und dem Auge etwas zu futtern. Versuche, laute Bunttöne, Glanz und Muster zu vermeiden. Zum Material: Setzte auf Natürlichkeit und Qualität. Diese Oberflächen altern schön und werden je länger je lebendiger. Zeitlos bedeutet Nachhaltig.

 

Noch ein Wort zu Dekoration: Wähle Einzelstücke oder Arrangements, die dein Herz wirklich berühren. Weniger ist hier mehr, ein Blickfang sollte nicht überstrapaziert werden. Das minimalistische Wohnen wirkt durch Zurückhaltung und leise Töne. Setzt du diese Stilmittel bewusst ein, erreichst du einen puristisch und natürlichen Wohnstil, der ein stilles und minimalistisches Ambiente macht.

 

Und wie wohnst du?

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