brauche ich ein sofa? - 15. märz 2017

Vor einigen Tagen wurde mein Sofa abgeholt. Nach einer gut jährigen Testphase bin ich zum Schluss gekommen, dass ich ein Sofa nicht wirklich brauche. Steht es da, setzte ich mich darauf, aber einem Bedürfnis entspricht das nicht gerade. Ich hatte jahrelang kein Sofa und nichts vermisst, bis ich vor einem Jahr mein halbleeres Zimmer etwas füllen wollte. Nachdem ich schon länger nicht mehr in meiner 2-Zimmer-Wohnung arbeite, wandelte ich daher mein Arbeitszimmer in ein Wohnzimmer um, das ich dann selten benutzte. Ein Schlafzimmer und eine Küche reichen mir voll und ganz, um zu sein. Ich liebe einen schlichten, optisch ruhigen und stimmigen Raum. Einen einzigen, das genügt. Bett, Tisch, Korbsessel, Meditierplätzchen, fertig. Und einen Einbauschrank im Korridor für Kleider und Haushaltssachen. So lese ich jetzt auf dem Bett oder im Korbsessel. Freude empfange ich in der Küche oder im Zimmer am Tisch. TV habe ich immer noch keinen mehr. Tut gut!

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neutraltöne - 23. dezember 2016

Von den vielen farblichen Interventionen, die ich für Kundschaft umsetzen durfte, blieb nicht ein Farbwunsch unbefriedigt. Manchmal überfällt mich eine kurze Farblust wie ein Fieber, nur um alsbald wieder vorbei zu sein. Nach all den Farbexperimenten haben sich die Neutraltöne heraus kristallisiert. Ich meine damit die Graureihe inklusive Schwarz und Weiss und alle Töne, die nur wenig Bunttonanteil enthalten wie Schlamm, Sand, Eierschale usw. Für mich persönlich habe ich die Eier legende Wollmilchsau für den Innenraum gefunden, die optimale Lösung nennt sich Greige und ist eine Umbranuance zwischen Grau und Beige. In einer hellen Ausprägung ist diese Farbe ein Schattenton des Weissen, mehr abgetönt entsteht ein trockener, kühler Sandton oder ein Warmgrau. Noch dunkler entstehen die bräunlichen Schlammnuancen, die edle Hintergründe für verschiedenste Möbel ergeben. Greige ist eine ideale Basis für beinahe alle Wohnstile, es wird einer Abschattierung des Raumes in einem farbergonomischen Sinne gerecht und lässt sich mit allen Farben kombinieren. Es gibt kein unschönes Farbenpaar mit Greige, solang der Hell/Dunkel-Kontrast genug gross ist. Ich lebe seit zehn Jahren mit mehr oder weniger hellen greigen Wänden und bin nach wie vor überzeugt von diesem Konzept. Wer Farblust ausleben will, kombiniert Bunttöne dazu, wer es zenmässig mag, schafft grosse Hell/Dunkel-Kontraste, Retrofreunde kombinieren diesen Ton mit einer gemusterten Tapete. Greige geht zum romantischen Stil im Shabby Chic Look, in tiefer Ausprägung verschafft es dem dramatischen Wohnen genug Dunkelheit. Der skandinavische Wohnstil kann mit dem Schattenton von Weiss umgesetzt werden und das gemütlich entspannte Wohnen findet sich im Sandgreige mit Holzmöbeln wieder. Dadurch, dass dieser Farbton einen geringen Bunttonanteil aufweist, verleidet er nicht so schnell wie gesättigte Töne, die einem bald einmal über sind. Greige lässt Raum für Akzente und wirkt im Hintergrund wie ein sanfter Begleiter. Einfach und pur, oder nicht?

 

Wer sich nun fragt, wie dieser Ton aussieht, hier eine Palette von hellen bis dunklen Umbratönen:

 

http://www.ktcolor.ch/de/farbtoene-und-farbkonzepte/farbtoene.aspx?pid=21

 

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arbeite, wo du wohnst - 14. oktober 2016

Der Titel verrät es schon, du vereinfachst dein Leben beträchtlich, wenn du deinen Arbeitsort an deinen Wohnort verlegst. Das Pendeln in überfüllten Zügen und die Staus auf der Autobahn fallen weg, du wendest nur einen kurzen Moment auf, um an deinen Arbeitsort zu kommen. Zudem sparst du Geld. Am günstigsten ist es, wenn du von Zuhause aus deinem Schaffen nachgehen kannst, sehr oft reicht dazu ein Zimmer aus, das du dir entsprechend einrichten kannst. Um den Wechsel vom Berufsleben zur Freizeit problemlos gestalten zu können, kann es hilfreich sein, ein Ritual zu pflegen, wie zum Sport zu gehen, eine Dusche zu nehmen oder einen Spaziergang der Aare entlang zu machen. Du gewinnst mit dem Vereinfachen dieses Ablaufes Lebenszeit, und gerade kreativ Arbeitende schätzen es, wenn sie jederzeit vor Ort ihrem Gedankenblitz nachgehen können. Es gibt eine Kehrseite, das Gefühl zu wenig Abstand zu deinem Arbeitsleben zu haben, doch machst du, was du liebst, dürfte das weniger gewichten. Vielleicht vermisst du auch die sozialen Kontakte, die sich an einer Arbeitsstelle ergeben. Doch je nach Lust und Laune verbringst du deine Mittagspause mit jemandem oder hast Kundenkontakt. Ob dir das Schaffen von Zuhause aus zusagt, ist individuell, aber einen Versuch wert.

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einfacher sichtschutz - 26. september 2016

In einer Stadtwohnung ist die Wahrscheinlichkeit, ein Gebäude vis-à-vis zu haben gross. Da kann der Wunsch nach einem Sichtschutz entstehen. Dafür spricht, dass der Raum sofort wärmer und gemütlicher wirkt, und die kühle Anmutung der nackten Fensterscheiben am Abend weg fällt. Ganz ohne Sichtschutz ist der Raumeindruck sicher reduzierter und kühl-schlichter. Je nach Aus- und Einblick und persönlichen Vorlieben wählt man seine Variante.

Ich habe nach einer puren und einfachen Lösung gesucht, um etwas mehr Abgeschlossenheit zu haben. Inspiriert von den japanischen Shoj-Wänden, die mit Reispapier bespannt sind, fiel meine Wahl auf ein dünnes, weisses Seidenpapier, das ganz einfach mit durchsichtigem Klebeband auf dem unteren Bereich des Holzrahmens befestigt wird. So wird das Licht sanft gestreut und die Helligkeit leuchtet weich den Raum aus. Es ist blickdicht, und lässt nur unwesentlich weniger Licht durchscheinen als die klare Glasscheibe. Beim Reinigen der Fenster lässt es sich leicht erneuern und ist kostengünstig. Wer es lebendiger mag, kann farbige Papiere einsetzen, die den Raum in ein entsprechendes Licht tauchen. Diese Lösung ist einfach, pur und günstig. Echt minimalistisch eben.

 

Verhüllst du dein Fenster oder geniesst du deine Aussicht?

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puristische farben - 19. september 2016

Jede Farbe aus dem Spektrum hat ihre eigene Anmutung, ihre eigene Stimmung, die sie verkörpert. Welches sind nun die puristischsten Farben? Sicher solche, die sich zurückhaltend, still und nicht vordergründig zeigen. Schaut man in der Architektur sowie in der Mode, sind das die unbunten Töne, die diese Ausstrahlung haben.

 

Weiss

 

Weiss ist die Farbe, die alles Licht zurückwirft und somit nichts aufnimmt. Es wirkt leicht, licht und beinahe gewichtslos. Die Anmutung der hellsten Farbe ist rein und einfach. Je nach Kontext, Oberfläche und Material kann diese Nuance ärmlich und schlicht, klösterlich einfach oder aber elegant, edel und erhaben wirken. Weiss bietet immer Platz für das, was sich entfalten will wie es im Bild der weissen Leinwand sichtbar wird. Reflektiert eine Farbe auf Weiss, färbt sich das Weiss entsprechend ein. Weiss ist die Farbe, die am wenigsten eine Grenze setzt; sei es in der Kleidung oder aber als Wandfarbe. Bei minimalistischer Kleidung oder Architektur setzt sie das Licht und den Blickfang.

 

Grau

 

Grau ist die Neutralität an sich, sie liegt in all ihren Schattierungen zwischen dem Licht und der Dunkelheit. Grau bezieht keine Stellung, färbt sich optisch ins Gegenteil ihrer Nachbarfarbe ein und ist somit ein Chamäleon. Grau ist die Schlichtheit in Person, es ist die visuelle Pause und der Ruhemoment. Je nach Glanzgrad, Textur und Umgebung wirkt auch Grau edel, elegant und zurückhalten bis staubig, eher trocken und undefiniert. Als idealer Begleiter von Bunttönen bleibt Grau stets im Hintergrund. Aber auch als Solitär entfaltet es sein stille Kraft. Sein Gewicht ist weder schwer noch leicht, in der Architektur ist es die Farbpause und der neutrale Hintergrund. In der Bekleidung lenkt es sanft das Augenmerk auf die natürliche Farbigkeit des Gesichts und hält sich ansonsten zurück.

 

Schwarz

 

Schwarz nimmt alles Licht auf, verschluckt sämtliche Farbe und trägt so alles in sich. Es wirkt optisch schwer, auch wenn sein Volumen klein erscheint. Schwarz hat als dunkelste Farbe eine edle und elegante Wirkung, es ist eine klare Stellungsnahme und lässt keinen Zweifel aufkommen über seine Präsenz. In der Architektur wird es selten grossflächig, dafür aber umso mehr als unbunter Akzent eingesetzt. In der Mode ist es die Farbe der Kreativen, sowie die Farbe der Nacht, der Feierlichkeit und der Trauer. Schwarz verkörpert Erhabenheit, Autorität und grenzt dich von deinem Gegenüber deutlich ab. Bunttöne beginnen zu leuchten mit Schwarz an ihrer Seite. Schwarz ist eine ideale Basisfarbe und lässt sich auch mit unbunten Tönen wirkungsvoll kombinieren.

 

Sei es in der Architektur, der Bekleidung oder in der Kunst, mit dem Verwenden der unbunten, puristischen Farben Weiss, Grau und Schwarz schaffst du einen klaren Ausdruck, der schlicht, aber prägnant ist und durch Einfachheit seine Wirkung entfaltet.

 

 

Was ist dein puristische Farbe?

 

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wohnstil pur + natürlich - september 2016

Bereits in einem früheren Beitrag erwähnte ich den minimalistischen Wohnstil pur und natürlich. Doch wie lässt sich dieser umsetzen und eine entsprechende Stimmung in den Raum zaubern? Folgende Punkte finden idealerweise Berücksichtigung:

 

Diese Einrichtungsform wirkt eher durch ausdrucksstarke und natürliche Materialien und deutliche hell/dunkel-Kontraste als durch Bunttöne. Dieser Stil ist einfach und hat eine eindeutig klare und ungekünstelte Ausstrahlung. Ordnung und optische Ruhe sind bei dieser Wohnart sehr wichtig. Die Farben entsprechen Naturtönen, die Verteilung ist spannungsreich. Wichtig: Weniger ist mehr - aber das in bester Qualität.

 

Stimmung: einfach, rein, fassbar, edel, unverfälscht, natürlich, still, schlicht, ungekünstelt, hochwertig, schmucklos, bescheiden

 

Materialien: Leinen natur und entsprechend eingefärbtes, Hanf, strukturierte und glatte Baumwolle, Bambus, Wolle (-filz), neues und gealtertes helles oder dunkles Holz, Weide, nichtfarbige Keramik, Porzellan, Papier, mineralische Fliessbodenbeläge, matter und polierter Naturstein, Kieselstein, Bruchstein, rostiges und geschwärztes Metall, Bronce, matter Chromstahl, Gipsglattstrich, Kalk, Lehm, Tadelakt, Mineralfarbe, Ölfarbe

 

Muster: Unis, Ton-in-Ton Strukturen, feine Streifen

 

Verwendest du diese Sammlung als Leitfaden bei der Einrichtung, erhältst du einen minimalistischen Wohnraum. Kommen noch Reduktion, Ordnung und Sauberkeit zum Tragen, ist der schlichte, ästhetische Raum gelungen.

 

Welche Erfahrungen hast du mit minimalistisch Wohnen?

 

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minimalistisch wohnen - september 2016

Wie wohnt es sich reduziert und schlicht? Warum ist das überhaupt erstrebenswert? Ein schlichtes Wohnambiente wirkt beruhigend auf dich, du kannst dich von den unzähligen Reizen im Alltag erholen und zur Ruhe kommen. Eine reduzierte Umgebung hat zur Folge, dass du deine Aufmerksamkeit besser nach innen richten kannst und so deine eigenen, feinen Impulse deutlicher wahrnehmen kannst. So bist du näher bei dir und auf deinem Weg.

Dieser Frage bin ich in meinem beruflichen Alltag immer wieder aufs Neue nachgegangen. Folgendes konnte ich ausmachen, um eine reduzierte und trotzdem wohnliche Stimmung zu gestalten:

 

1. Reduktion

2. Sauberkeit

3. Ordnung

4. unterstützendes Farbkonzept (optional)

 

Reduktion: Werden die Gegenstände und Möbel auf das reduziert, was du wirklich regelmässig brauchst und tatsächlich liebst, verschlankt sich der Raum von selbst. Es steht kein unnötiger Kram mehr rum, da genug Stauraum vorhanden ist, um das meiste zu versorgen. So ist es auch leichter, sauber zu machen und einfach, Ordnung zu halten. Am besten wählst du einen festen Platz für jeden Gegenstand aus und versorgst ihn immer wieder am selben Ort. Die Augen können zur Ruhe kommen und ungehindert schweifen und sich in optischen Pausen ausruhen. Zur Farbwahl: Nebst Weiss, das einen puristischen und klösterlich-einfachen Effekt hat, kannst du für deine Wände und Möbel auch Nuancen mit einem hohen Grauanteil wie Greige wählen. Starke hell/dunkel-Kontraste geben Klarheit und dem Auge etwas zu futtern. Versuche, laute Bunttöne, Glanz und Muster zu vermeiden. Zum Material: Setzte auf Natürlichkeit und Qualität. Diese Oberflächen altern schön und werden je länger je lebendiger. Zeitlos bedeutet Nachhaltig.

 

Noch ein Wort zu Dekoration: Wähle Einzelstücke oder Arrangements, die dein Herz wirklich berühren. Weniger ist hier mehr, ein Blickfang sollte nicht überstrapaziert werden. Das minimalistische Wohnen wirkt durch Zurückhaltung und leise Töne. Setzt du diese Stilmittel bewusst ein, erreichst du einen puristisch und natürlichen Wohnstil, der ein stilles und minimalistisches Ambiente macht.

 

Und wie wohnst du?

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