noch mehr reduzieren - 23. februar 2018

Ausmisten und der persönliche Wohlfühlmoment

 

Geht das? Kann ich meinen Hausrat noch mehr reduzieren, und mich gleichzeitig noch wohlfühlen? Im Herbst 2015 habe ich radikal ausgemistet und viele Sachen nach einer schlaflosen Nacht spontan an den Strassenrand gestellt. Ich verabschiedete mich von Regalen und deren Inhalt, CD Player, alle CD’s, dem Wasserkocher, dem grössten Teil meiner Bücher und etwa 2/3 meiner Kleider und vielem mehr, an das ich mich nicht erinnere und das mir nie gefehlt hat. Es sah vor meinem Haus aus, als ob jemand umziehen würde. Innert einigen Stunden war mein Hausrat verschwunden und dient jetzt anderen Menschen. Ich fühlte mich danach befreit und glücklich.

 

Inventar im Dezember 2015

 

Im Dezember desselben Jahres machte ich als Jahresabschlussritual ein Inventar, weil ich genau wissen wollte, wie viel ich noch besass. Ich zählte jedes Ding in meinem Haushalt durch. Jeden einzelnen Gegenstand nahm ich in die Hand, spürte nach und notierte ihn auf einem Blatt Papier. Das Ganze dauerte rund sechs Stunden, und danach war ich klüger: 1‘276 Gegenstände besass ich also. Mein Bilderlager mitgezählt, Verbrauchsmaterial in Küche und Bad ebenso. Geschätzt hatte ich im Vorfeld meinen Hausrat auf ungefähr 1‘000 Dinge. Im Gegensatz dazu bietet der Durchschnitt der Schweizer Bevölkerung rund 10‘000 Gegenständen ein Zuhause.

 

Der Umzug in eine kleinere Wohnung

 

Als ich im April 2017 in eine kleinere Wohnung umzog, liess ich noch mal einige Möbelstücke und deren Inhalt gehen. Ich verkaufte einiges auf Ricardo, anderes verschenkte ich. Und ich war ein häufiger Kunde beim Brockenhaus im Quartier. Vieles stellte ich auch an den Strassenrand, wie auch meine ganzen Balkonpflanzen, die bald ein neues Zuhause gefunden hatten. Nun bin ich beinahe ein Jahr in dieser 26m2 grossen 1-Zimmer-Wohnung, und ich habe noch nie bereut, meinen Wohnraum verkleinert zu haben. Im Gegenteil; ich schätze die überschaubare Situation, den geringen Zeitaufwand beim Putzen und das gemütliche Ambiente. In diesem knappen Jahr seit dem Umzug hielt ich mich an die Regel „eins rein – eins raus“, und so blieb mein Besitz in der ganzen Zeit etwa gleich gross.

 

Eine nächste Stufe der Reduktion

 

Angeregt durch das Buch „ Das kann doch weg!“ von Fumio Sasaki – das es übrigens in meine Büchersammlung von zehn Stück geschafft hat – habe ich noch mal gründlich meinen Hausrat beurteilt. Was mag ich wirklich so gerne, dass ich es bei mir haben will? Was gefällt mir, was finde ich schön und praktisch? Was will ich tun und welche Materialien benötige ich dafür? Wie soll mein Leben aussehen? Was ist mir wichtig?

 

Ich will formschöne und nützliche Gegenstände um mich haben. Ich will Malen können. Freiraum benötige ich ebenso wie optische Stille und eine ruhige Stimmung. Ich will weniger Zeit mit Konsum verbringen, weniger in die Höhle schleppen und weniger ausmisten müssen. Dafür Zeit haben für liebe Menschen und Spaziergänge in der Natur. Und für meine Herzensprojekte wie Kunst und Schreiben.

 

Was durfte also gehen? Mein Bettgestell: Ich schlafe auf einer Matratze am Boden, die ich gelegentlich wende. Zwei Klappstühle: Gefallen haben mir die nie so richtig, und auf den zwei Taburetts sitzt es sich sowieso rückenschonender. Zahlreiche weitere kleine Dinge verschenkte ich: Salatschleuder, Stativ, Kleider, Bettwäsche, Frottees, Locher und vieles mehr.

 

Schlicht schön

 

Heute habe ich meine Wohnung gründlich durch geputzt. Dann habe ich meinen Besitz noch einmal durchgezählt (allerdings ohne Verbrauchsmaterialien): 537 Gegenstände besitze ich aktuell. Inkl. Estrich mit Bilderlager (120). Im Badezimmer wohnen 18 Dinge, in der Küche 95. Das Schlaf- und Wohnzimmer schlägt mit 304 Sachen zu Buche, wovon 71 Teile zu meinem Kleiderschrank gehören.

 

Jetzt geniesse ich den freien Raum, die luftige Möblierung und die ruhige Stimmung. Es gefällt mir sehr, dieses minimalistische Wohngefühl.

 

 

 

https://www.exlibris.ch/de/buecher-buch/deutschsprachige-buecher/fumio-sasaki/das-kann-doch-weg/id/9783778792858

 

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Morgenseiten - 16. Februar 2018

Morgenseiten: Tagebuch schreiben nach dem Aufstehen

 

Wer mich kennt, der weiss, dass ich seit vielen Jahren morgens rund eine halbe Stunde Tagebuch schreibe. Seit meiner Kindheit pflegte ich dieses Ritual, täglich aber erst seit 2002. Mein damaliger Beweggrund war, dass ich mir meine Träume notieren und so mehr über mein Unterbewusstsein herausfinden wollte. Vor einigen Wochen habe ich diese Routine unterbrochen, um mein manchmal einfältiger Gedankenfluss nicht mehr auf Papier zu bannen. Klar, so mache ich ihn mir bewusst, doch ich wollte mal sehen wie es ist, wenn ich über etwas anderes als mein Innenleben und meine Gedanken schreibe. So startete ich meinen Farb-Kalender im Dezember und schrieb täglich über Farben. Das war sehr erfüllend für mich und hat mir gut gefallen, so dass ich doch wieder zum Tagebuch schreiben morgens zurück kehrte. Der Grund ist auch, dass ich nach dem Aufstehen 20 – 30 Minuten vor meine Therapielampe sitze. Ein helles, kühles Licht, das mich vor einer Winterdepression bewahren soll. Ich setz mich also hin, in den hellen Lichtschein und beginne zu schreiben. Alles, was mir durch den Kopf geht, ab und zu was ich erlebt habe, selten meine Träume. Ich mache so sichtbar, was den lieben langen Tag von meinem Kopf gedacht wird. Diese endlose Denkerei, die uns oft gar nicht bewusst ist, hole ich ans Tageslicht und kann meinen Gedankenfluss betrachten.

 

So gesehen hat dies Ähnlichkeiten mit einer Meditation. Rein durch das Beobachten ändert sich im Laufe der Zeit eine Sache, mit den Gedanken ist das ebenso. Beim Sitzen betrachte ich meine Gedanken in einer anderen Weise, ich höre mir zu und schaue mir an, was aus meinem Innern aufsteigen will. Diese beiden Arten, meine Gedanken zu beobachten beruhigen mich, und ich schätze die Struktur, die mir diese zwei Dinge geben.

 

Schreibst du auch Tagebuch oder beobachtest deine Gedanken?

 

 

 

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ungeschminkt - 9. februar 2018

Ein Weg zu mehr Natürlichkeit und Einfachheit: Ungeschminkt

 

Das Spiel mit den Farben und dem anders Aussehen

 

Lange Zeit liebte ich das Spiel mit den Farben und schminkte mich täglich. Im Alltag nur gemässigt, doch im Ausgang durfte es schon etwas mehr sein. Vor rund 20 Jahren entdeckte ich die Naturkosmetik für mich und begann, mich mehr in Richtung Natürlichkeit zu orientieren. Das hatte auch zur Folge, dass ich mein Haar nicht mehr färben wollte, sie kurz trug und mich auch nicht mehr schminkte. Doch diese Phase fand nach ein paar Monaten ein Ende und es folgten Jahre des mehr oder minder starken Schminkens. War es früher das ganze Programm mit Make-up, Puder, Lidschatten, Highlighter, Wimpentusche, Augenbrauenstift, Rouge und Lippenstift, reduzierte ich über die Jahre die Waren immer mehr bis ich auf einer überschaubaren Produktepalette von drei Stück war: Wimperntusche, Lippenstift und Puder. Bald war es nur noch den Mascara, den ich oft einsetzte. So verschönerte ich mich mehrere Jahre mehrmals pro Woche aber nicht täglich, bis ich vor knapp zwei Jahren beschloss, mich überhaupt nicht mehr zu Schminken. Da ich das Thema schrittweise angegangen war, fiel es mir auch nicht schwer, darauf zu verzichten.

 

Das ungeschminkte Gesicht: Befreiung und Erleichterung

 

Was war der Grund für meinen Sinneswandel? Ich fand, ich sähe geschminkt nicht schöner, sondern nur anders aus (ausser es ist ein Profi am Werk). Die ganzen Dinge in meinem Gesicht, die sich nicht gut anfühlten und mein Empfinden störten, für eine klägliche Veränderung, aber keine Verbesserung? Das überzeugte mich nicht mehr. Zudem versuchte ich nach wie vor, mein Leben zu vereinfachen, und sich nicht mehr zu schminken ist tatsächlich eine Vereinfachung. Und eine Befreiung! Ich war erleichtert, das nicht mehr zu müssen und mich von dieser Pflicht frei gemacht zu haben. Ich schminkte mich in den letzten Jahren noch genau zwei Mal: Als ich eine Vernissage hatte und als ich einen Lippenstift ausprobieren wollte. Manchmal überkommt mich die Lust, mich mit Farbe zu verändern und mich verlocken die bunten Stifte im Warenhaus, doch kaufen und anwenden mag ich die Produkte nicht mehr. Seit knapp zwei Jahren zeige ich mich der Welt ungeschminkt, und es fühlt sich gut an: Frei, natürlich, echt.

 

 

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Plegeroutine update - 2. februar 2018

Pflegeroutine update: Jetzt noch einfacher als zuvor!

 

Immer wieder fragte ich mich, ob ich meine Utensilien im Badezimmer nicht noch weiter reduzieren und vereinfachen könnte. Ich prüfte und pröbelte, sprach meiner Haut gut zu und gab nicht auf. Nun konnte ich folgende Vereinfachung vornehmen: Für Körper und Gesicht brauche ich nur noch eine Hand voll Produkte: Reine Pflanzenseife zur Reinigung und Kokosfett zur Pflege.  Die „Alviana“ Seife riecht nur wenig, was ich schätze, ist weich und macht feinen Schaum. Es gibt sie in verschiedenen Duftrichtungen: Milch und Honig (nicht vegan), Granatapfel, Lavendel, Olive und Lemongras. Ausprobiert habe ich die letzten drei, alle haben mir sehr gut gefallen.

 

Endlich ist meine Haut zufrieden mit ausschliesslich Kokosfett als Pflege: Auf die noch feuchte Haut aufgetragen und einmassiert – perfekt. Ich habe das Gefühl, mir damit etwas Gutes zu tun, da das Produkt völlig natürlich und essbar ist. Ich mag den feinen Kokosduft, aber das ist natürlich Geschmackssache.

 

Als Deo gefällt mir „Fine“ besonders gut: Vegan, natürlich und wirksam. Meinen anderen Versuchen mit „Alviana“,“ Lavera“, „Weleda“, „Dr. Hauschka“ etc. nach zu urteilen eines der Besten. Es ist bei mir auch immer Sommer, wo ich verstärkt schwitze, verlässlich und das rund 24 Stunden. Ebenfalls eine gute Alternative: Reines Kokosfett. Je nach Bedürfnis noch etwas vermengt mit ätherischen Ölen wirkt das auch ohne Zugabe von Natron ganz gut. Nicht ganz so ausdauernd wie „Fine“, aber dafür ist es auch im Preis erheblich günstiger.

 

Für meine Frisur zu stylen ist eine Haarpaste von „Less is more“ dazugekommen. Mein aktueller Kurzhaarschnitt funktioniert einfach besser damit.

 

Wo ich noch etwas herumsuche: Eine vegane Zahnpasta ohne Fluor, die hübsch und schlicht verpackt ist. Mein nächster Test: Dr. Bronner’s Zahnpasta Pfefferminze. Weitere Ideen sind herzlich willkommen!

 

 

Hier also meine aktuellen 7 Favoriten für Haut und Haar:

 

1. „Alviana“ Planzenseife Lavendel für Haut und Haare www.alviana.de oder Alnatura Bio-Supermarkt, Bern

 

2. „Naturkraftwerke“ Kokosöl für Gesicht und Körper www.nurnatur.ch

 

3. „Fine“ Deo www.fine-deodorant.com oder Kitchener, Bern

 

4. Kieselwax von „Less is more“ für die Haare, Oekoladen, Thun

 

5. „Dr. Hauschka“ Zahncreme Minze (leider nicht vegan, enthält Propolis) www.nurnatur.ch oder Alnatura Bio-Supermarkt, Bern

 

6. „Hydrophil“ Zahnbürste www.lolavegan.ch oder Müller, Bern

 

7. „Alviana Repair“ Lippenpommade www.alviana.de oder Alnatura Bio-Supermarkt, Bern

 

 

 

Nachtrag:

 

Nach etwa zweiwöchigem Gebrauch von Kokosfett fürs Gesicht reagiert meine Haut mit Trockenheit und Schuppen. Diese Vereinfachung kann ich also nicht übernehmen. Das finde ich schade, da ich auch mit anderen Ölen wie Sesamöl oder Rapsöl nicht gut zurechtkomme. Diese liegen auf der Haut auf und werden nicht recht aufgenommen, was einen Film hinterlässt, den ich nicht schätze. Als Nothilfe für meine aktuell sehr trockene Haut setze ich  „Weleda“Granatapfelcreme (vegan) ein, ich werde aber in der wärmeren Jahreszeit noch mal einen Versuch starten mit Kokosfett. Ich fände es immer noch praktisch, nur noch ein Pflegeprodukt für Körper, Hände und Gesicht zu verwenden.

 

 

 

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meine farbige brille - 26. Januar 2018

Gelungene Vereinfachung oder unnötige Optimierung?

 

Seit gut einem Jahr trage ich eine neue Brille. Eine farbige Brille. Das dies für einen minimalistischen und hochsensiblen Menschen eine solche Herausforderung darstellen könnte, daran hatte ich nicht gedacht.

 

Doch der Reihe nach: Ich merkte, dass ich nicht mehr gut sah und wollte mir eine neue Brille gönnen. Das alte Modell sass über der Nase nur mittelmässig, was mich immer gestört hatte. Also machte ich mich zum neu eröffneten Optikergeschäft im Breitenrain und liess mich beraten. Nach gut zehn Jahren mit verschiedenen Brillenmodellen in schwarz war es mir nach Abwechslung. Ich liebäugelte mit Braun, probierte rosafarbene und olivgraue Gestelle an. Doch bei keiner der Farben machte es „klick“. Bis ich diese petrolfarbene Brille aufsetzte. Ich war hingerissen, der Optiker auch. Ich wusste, das ist es, meine neues Modell, das auf so wunderbare Weise mit meiner Augenfarbe harmonierte. Dass ich keine besondere Beziehung zu Petrol hatte und diese Farbe nicht mal in meiner Farbpalette war, kümmerte mich in diesem Moment wenig.

 

Was das allerdings für eine farbsensible Frau heissen würde, eine petrolfarbene Brille zu tragen, wurde mir erst mit der Zeit bewusst. Die Kleider. Die Farbgestaltung der Outfits. Komplementärfarben und das Zuviel an Buntheit. Das sich satt sehen. Ach – ich stellte meinen ganzen Kleiderschrank auf Schwarz und Blaugrün um, nur um nicht anzuecken an meiner petrolfarbenen Brille. Ich ging soweit, meine Wandfarbe den blaugrünen Kleider auf der Kleiderstange anzupassen und strich meine Wand Aqua. Nach einigen Monaten hatte ich eine Überdosierung an blaugrüner Farbe und sehnte mich nach optischer Ausgewogenheit. Ganz leise blitzte die Lust nach einem roten Oberteil auf. Oder nach einem pinkfarbenen. Und wie wäre es mit zartem Rosa? Und sonnigem Gelb? Immer war mir die petrolfarbene Brille im Weg. Ich seufzte und trug weiter Schwarz und Grau.

 

Bis ich auf einmal einen zündenden Gedanken hatte: Ich kann die Farbe der Brille verändern! Ich lasse sie in einer neutralen Farbe matt lackieren und kann endlich wieder farbige Kleidung tragen ohne einen optischen Störsender im Gesicht zu haben. Ah – welch Erleichterung, welch Freude, als die Abklärung beim Optiker ergab, dass das technisch möglich sei. Nun also ist meine Brille beim Maler, und ich warte gespannt auf den neuen Anstrich, der ganz unspektakulär und kombinierfreundlich daher kommt: In Anthrazit nämlich.
 

 

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Youtube VS. TV - 19. Januar 2018

Sind Youtube-Videos eine Alternative zum TV?

 

Seit bald einem Jahr habe ich keinen TV mehr. Nach einer Phase der Verunsicherung, was ich denn nun mit meinen langen Abenden anfangen soll, kam ich nach kurzer Zeit gut zurecht. Ich las, arbeitet am Computer, traf Freunde oder schrieb. Die befürchtete Langeweile trat nicht ein, und ich begann die Zeit zu schätzen, die sich vor mir ausdehnte. Bis ich vor einiger Zeit eine Beobachtung machte: Anstatt am TV bin ich jetzt am Computer und guck mir Youtube Videos zum Thema Minimalismus oder Veganismus oder so an. Das ist meist interessant, unterhaltsam und kurzweilig. Aber ehrlich, ist es das, was ich wollte? Meine Absicht war, mehr Zeit mit mir zu verbringen und mich weniger abzulenken. Das scheint nicht ganz gelungen zu sein…

 

Wie hältst du es mit TV und Youtube?

 

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Konsumverhalten - 12. Januar 2018

Aktuelles und früheres Konsumverhalten reflektiert

 

Jedes Jahr freue ich mich auf den Jahresanfang, weil da der Moment gekommen ist, meine Buchhaltungsunterlagen von vor zehn Jahren auszumisten. Wieder zwei Ordner weniger, so schön! Obwohl die mich eigentlich auf dem Estrich nicht stören, tut es mir jedes Mal gut, sie loszulassen und wieder etwas auszumisten. Heute war dieser Tag und ich sah mir die ganzen Papiere noch einmal an. Was mich wunderte und in echtes Erstaunen versetzte: Ich konsumierte zu der Zeit erheblich mehr als zum jetzigen Zeitpunkt. Ich wendete viel Geld für Kleidung, Haare schneiden (und färben!?), Schuhe, Schmuck und Schminksachen auf. Das mir das damals noch so wichtig war und ich so viel Geld dafür ausgegeben hatte, war mir überhaupt nicht mehr bewusst gewesen. Ich dachte, mein Konsumverhalten hätte sich in den letzten Jahren nicht sehr verändert. Nun aber stelle ich fest, dass ich mich diesbezüglich sehr wohl minimalisiert habe und viel weniger kaufe als früher noch. Das gefällt mir, obwohl es noch weniger sein dürfte. Wirklich brauchen tu ich extrem wenig. Es ist ein Weg, und ich bin stetig am Üben.

 

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Back to black - 5. januar 2018

 

Der Anlass

 

Ich sah eine grau-schwarzes Strickjacke meiner Lieblingsdesignerin getragen an einer Frau mittleren Alters und ich entbrannte erneut heftig für nichtfarbige Töne. Das war Ende November 2017, und ich war überrascht von dieser erneut aufflammenden Schwarz- und Grauliebe, ich dachte doch, dieses Thema hätte ich durch! Aber nein, etwas in mir sehnt sich in verschiedenen wiederkehrenden Phasen nach dem Unbunten. Und zwar überfällt mich eine ähnliche Lust darauf, wie jeweils auf die Bunttöne. Es nähme mich schon mal Wunder, welchem Prinzip ich hier aufsitze. Vielleicht ist es der Wunsch, mich meinen momentanen Bedürfnissen gemäss zu kleiden und mich über Kleidung auszudrücken, vielleicht suche ich unbewusst aber auch einen Grund, neue Teile einkaufen zu können?

 

Die Ist-Situation

 

Nun habe ich wieder einen grösstenteils neutraltonigen Kleiderschrankinhalt und eins ist sicher: das Kombinieren ist extrem problemlos, alles passt zu allem und ich verschwende keinen Gedanken an passende Arrangements. DAS liebe ich! Dazu kommt eine übersichtliche Menge, ich mag nicht so viel Teile mein Eigen nennen. Vor allem wenn ich zwei, drei Tage weg bin, ist das Packen einfach und im Nu erledigt. Minimalistisch gedacht funktioniert ein neutraltoniger Kleiderschrank doch am besten für mich.

 

Die Vergangenheit

 

Das merke ich daran, dass ich seit langer Zeit das Gefühl habe, es kehre Ruhe ein zu dem Thema. Genau genommen hatte ich dieses stimmige Gefühl vor zwei Jahren schon mal, als ich meinen Kleiderschrankinhalt frisch und radikal minimalisiert hatte und mich ausschliesslich auf unbunte Teile beschränkt hatte. Darauf folgten Monate der immer wiederkehrenden Farblust, die ich auslebte und deren Verführung ich folgte. Farbe deckte ein inneres Bedürfnis von mir, das sich zeitweilig meldete. Aber mir gefiel das Bunte nie so richtig. Fiel mein Blick auf all die Farben auf meinem Ast (= Kleiderstange), machte mir das keine Freude, sondern versetzte mich höchstens in Unruhe. Ich trug zwei Seelen in meiner Brust: Das eine innere, emotionale Bedürfnis wollte sich in Farbe baden, mein ästhetisch geschultes Auge suchte optische Ruhe und Stille. Nun überwiegt wieder einmal das zenhafte, das mir aktuell Ordnung, Farbpause und Frieden gibt.

 

 

 

Kommentare: 3
  • #3

    Maja (Sonntag, 14 Januar 2018)

    Deine Schreibe ist immer wieder anregend zu lesen! Bis bald und herzlich, Maja

  • #2

    Barbara (Samstag, 06 Januar 2018 18:14)

    Danke, das ist keine schlechte Lösung - mal schauen, ob sich das was passendes finden lässt. Danke für die Anregung.

  • #1

    Karin (Samstag, 06 Januar 2018 13:27)

    Mir kommt spontan in den Sinn: farbige Dessous und unfarbige Oberkleider, dann sind beide Bedürfnisse abgedeckt.

Fazit Farb-kalender - 1. januar 2018

Nach nun 31 Tagen intensiven Schreibens über Farbe hier mein Fazit:

 

Während des Dezembers merkte ich, dass Grün überproportional vertreten und andere Farbtöne wie z.B. Pink gar nicht vorhanden waren. Also passte ich nach rund einer Woche die Nuancen an und übermalte viele Karten neu. Ich orientierte mich am 12-teiligen Farbkreis und mischte die Grundfarben zudem mit Schwarz, Weiss und Grau. Ich musste eine Auswahl treffen, da es sonst mehr als 31 Farben ergeben hätte. Ich fand vor allem die getrübten warmen Töne wichtig wie Beige, Senfgelb, Braun und Caput Mortuum. Für Olive hatte ich leider keine Kapazität mehr. In der 1. Ausmischung arbeitete ich mit meinem Pigmentkasten, der unglaublich reine Gelb-, Orange-, Türkis- und Ultramarinblauetöne hergab. Bei der 2. Ausmischung setzte ich die Grundfarben von Lascaux Studio ein: Yellow 91299, Magenta 93199, Cyan 94599 und Kristallweiss 988. Ich nahm dazu ein schwarzes Pigment zu Hilfe, um die verdunkelten Farben zu kreieren. Nach einer 3. Ausmischrunde war ich mit dem Ergebnis zufrieden, hatten nun auch Grau und Rotviolett einen Platz gefunden. Ich hatte so viele unterschiedliche Farbtöne, dass sich ihr Charaktere eindeutig unterschieden.

 

Jeden Tag früher aufstehen um die Texte zu schreiben und einzustellen war ein besonderes Vergnügen für mich. Ich freute mich bereits beim Einschlafen auf den Start in den Tag. Ich verband den Schreibprozess mit der Anwendung meiner Therapielampe und schlug so zwei Fliegen mit einer Klappe. Manche Farben fielen mir leichter, allen voran meine Lieblinge wie Pink, Caput Mortuum und Senfgelb. Andere wie Hellgrün und Eisblaugrau forderten mich heraus, und es war nicht ganz einfach, mich auf die Nuancen einzulassen. Fazit: Es war fordernd, aber vergnüglich, meine zwei Leidenschaften Farben und Schreiben zusammen zu bringen und vielleicht geht dieses Projekt noch weiter…

 

 

 

Kommentare: 2
  • #2

    Barbara (Samstag, 06 Januar 2018 18:15)

    Gern! Was im Besonderen interessiert dich am meisten zur Farbe? Kombinatorik, Wirkung, Psychologie, Wohnen, Bekleidung...

  • #1

    Karin (Samstag, 06 Januar 2018 13:28)

    Würde mich sehr freuen, weitere Reisen ins Universum der Farben zu unternehmen. Ich fand diesen Monat so toll! Merci tusig ❤️